One day, baby

Heute ist mal wieder so ein Tag, der ganz typisch dafür ist, wie ich mein Leben so (er)lebe. Ich habe beruflich eine ziemlich volle Phase hinter mir. Es gab viel zu tun, wenig Zeit zum Nachdenken. Das sind eigentlich die Phasen, in denen ich am besten „funktioniere“, weil ich genau das mein Leben lang erfolgreich praktiziert habe: Funktionieren und Machen, bloß nicht innehalten und nachdenken. Jetzt ist dieser (nicht unbedingt negative) Stress vorbei. Ich sitze in meinem Hotel. Die Stadt ist voll, sonnig, laut und überall hängen noch die Pride-Fahnen. Für meine Arbeit habe ich heute sogar eine kleine Auszeichnung bekommen. Eigentlich hätte ich allen Grund fröhlich und entspannt zu sein. Stattdessen ist es, als hätte mir jemand den Teppich unter den Füßen weggezogen. Mich quälen all die dunklen Gedanken, die ich die letzten Wochen so gut wegschieben konnte.

Ich wünsche mir so sehr ein bisschen mehr „Normalität“ in meinem Leben. Mich wohler fühlen in meiner Haut. Mich auf den nächsten Tag freuen. Mir selber mal auf die Schulter klopfen können, wenn ich was gut gemacht habe. Innehalten können, ohne dass sich direkt meine inneren Abgründe auftun. Ich habe so ein Bild vor Augen von einem jungen Mann (naja, nicht mehr ganz so jung), der das alles kann und der nicht die ganze Zeit mit angezogener Handbremse und hochgezogenen Schultern durchs Leben geht.

Hoffentlich finde ich den eines Tages.

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