Raumordnung

Heute ist etwas vorgefallen, von dem ich eigentlich dachte, dass es erst viel später passieren würde. Im Schwimmbad in der Dusche wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass das die Damendusche sei. In der Dusche, of all places!

Wenn ich komplett bekleidet bin („Männerklamotten“) und einen Binder trage gehe ich nie als Mann durch. Aber an einem Ort, in dem Menschen in der Regel ziemlich wenig anhaben und sich Kurven und Körperbau eher schlecht kaschieren lassen? Entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Ich kann schon nachvollziehen, wie der Eindruck entstanden ist: Männerbadeshorts, Oberteil zum Duschen ausgezogen, den „anderen“ Damen den Rücken zugedreht. Aber genervt bin ich trotzdem. Nicht so sehr, weil dieses Missverständnis entstanden ist — sondern weil ich, der sich ungefähr an keinem Ort so unwohl fühlt, wie in Damenumkleiden oder -waschräumen, nun meine Anwesenheit in einem Raum „legitimieren“ muss, in dem ich mich ohnehin fremd und nicht zugehörig fühle. Und zwar mithilfe von sekundären Geschlechtsmerkmalen auf die ich überhaupt keinen Wert lege. (In dem Moment, in dem ich mich umgedreht habe, war das „Missverständnis“ — das ironischerweise eigentlich keins war — ausgeräumt).

Das Ganze war wohl auch ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt; auf eine Zeit, in der ich für die Frauenräume zu männlich und die Männerräume zu weiblich bin, um zu passen.

Tough shit. I’ll deal with it when I get there.

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