dazwischen

Je unerträglicher die Situation zu Hause wird, desto lauter werden die Killerphrasen in meinem Kopf.

Warum musste ich meinem Mann überhaupt von meiner Transidentität erzählen? Warum bin ich zu schwach, mein Leben einfach in der weiblichen Rolle weiterzuleben? Warum tue ich ihm das an? Ich bin ihm egal. Er verabscheut mich. Er wünscht sich sowieso, ich wäre längst weg. Ich hab alles kaputt gemacht. Get a fucking grip. I don’t deserve to be happy. Geh doch endlich.

Diese Botschaften von mir an mich kenne ich in der einen oder anderen Abwandlung schon sehr lange. Und der eigentliche Kampf, den ich gerade kämpfe, ist nicht der mit meinem um meinen Mann, sondern ein Kampf mit mir selbst. Darum, ob ich das Recht habe, mein Wohl über das meines Mannes und meiner Familie zu stellen.

Ein ganz starker Anteil von mir sagt: Nein. Das ist der Anteil, der denkt, dass ich es nicht wert bin ein gutes Leben zu leben. Der Anteil, der denkt, dass er nur liebens-wert ist, wenn er sich anpasst und dass meine Entscheidung für die Transition ein Zeichen meiner Schwäche ist.

Ein zweiter Anteil ist wütend darüber, dass ich es nicht schaffe, diese Entscheidung zu treffen und die Konsequenzen zu tragen. Dass ich diese „Stimme“ überhaupt wahrnehme, ist schon eine Veränderung gegenüber früher. Ich bin geneigt zu sagen, es ist eine Verbesserung, denn die Stimme streut Sand in das bis dato gut geölte Getriebe aus „Selbstunterdrückung“. Aber die Reibung, die dieser Sand erzeugt ist ziemlich groß und ich habe das Gefühl, dass es dringend einen Schritt vorwärts gehen muss, damit mir die Maschine nicht um die Ohren fliegt.

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