11 Fragen. 11 Antworten. Und 2 Nominierungen :-)

Der sehr hörenswerte PsychCast hat meinen Blog beim Liebster-Award nominiert.

*Hust* Ihr wisst schon, dass ich mit positiver Aufmerksamkeit gar nicht umgehen kann? ;-)

Aber ich habe mich sehr darüber gefreut und beantworte gerne die Fragen, die ich gestellt bekommen habe! Denn mal los:


1. Wann genau hatten Sie die Idee einen Blog zu starten (Schlüsselmoment)?

So genau kann ich das gar nicht sagen. Der Blog hatte im letzten Jahr ein oder zwei nicht-öffentliche „Vorgänger“. Irgendwann habe ich dann spontan entschieden noch mal neu anzufangen und los ging’s! Es war aber wahrscheinlich schon auch der Moment, in dem ich entschieden habe, dass sich in meinem Leben etwas ändern muss und dass ich mich auf den Weg mache in Richtung „richtiges Geschlecht“.

2. Von wem wissen Sie alles, dass sie ihren Blog lesen?

Ich weiß es von einigen Menschen, die ich „nur“ virtuell kenne (vorwiegend über Twitter). Meines Wissens liest niemand mit, der_die mich im „richtigen Leben“ kennt. Im Moment fühle ich mich mit der (zumindest scheinbaren) Anonymität, die das Internet mir ermöglicht, ganz wohl. Prinzipiell wäre es aber kein Beinbruch, wenn Menschen mitlesen würden, die ich auch persönlich kenne. Zwar bin ich noch nicht überall geoutet, aber die Menschen, die mir wichtig sind, wissen Bescheid über meine Transidentität.

3. Wieviel Zeit verbringen Sie mit dem Bloggen?

Das ist sehr unterschiedlich. Ich benutze ja den Blog vor allem auch dafür, Dinge, die in mir vorgehen und die ich erlebe, zu sortieren. Das hat viel mit „Durcharbeiten“ zu tun. Wenn ich schreibe, systematisiere ich, erarbeite Lösungsmöglichkeiten und versuche Themen, die mir zu nah sind, durch das Aufschreiben zu „externalisieren“ (also, aus mir raus, rauf auf den Bildschirm). So werden sie greifbarer und ich kann sie besser bearbeiten. Wieviel Zeit ich dafür brauche variiert. Aber ich würde sagen, im Schnitt sind es maximal 1-2 Stunden pro Woche, die ich aufwende.

4. Haben Sie vorher schon geschrieben?

Ja. Ich hatte vor vielen Jahren schon mal einen Blog, in dem ich für die Daheimgebliebenen von einem längeren Auslandsaufenthalt berichtet habe. Und vor nicht ganz so langer Zeit habe ich über das Leben mit Histaminintoleranz und vielen anderen Lebensmittelunverträglichkeiten gebloggt. Was ich nie gemacht habe ist, so klassisch für mich allein „Tagebuch“ zu schreiben. Ich schreibe offensichtlich lieber, wenn ich weiß, dass zumindest potenziell jemand mitliest :-).

5. Glauben Sie man schreibt stilistisch anders für einen Blog als für die Printausgabe von einem Medium?

Das kommt auf das Medium an, würde ich sagen – nicht so sehr darauf, ob es jetzt die Print- oder Onlinefassung ist. Das Schöne an Blogs ist aus meiner Sicht, dass sie in der Regel durchaus sehr persönlich und / oder eben nicht so „förmlich“ sind. Ich schreibe sonst eher „wissenschaftlich“ und das ist manchmal ganz schön dröge ;-).

6. Gab es besondere negative oder positive Reaktionen auf Ihre Veröffentlichungen?
Wenn man sich zu Genderthemen im weitesten Sinne äußert, dann muss man leider damit rechnen „Gegenwind“ zu bekommen (um es mal etwas euphemistisch auszudrücken ;-)). Das gilt für die ganze Themenpalette, aber insbesondere auch für das Thema Transidentität. Ich habe bislang zum Glück nur selten direkte Anfeindungen erlebt, aber ich meide auch bewusst bestimmte Plattformen von denen ich weiß, dass ich da mit entsprechenden Äußerungen oder Angriffen rechnen muss. Gleichzeitig bin ich aber jemand, der sich nicht gerne den Mund verbieten lässt und es für wichtig hält „dagegen zu halten“. Dafür wiederum bekomme ich Bestätigung und Rückhalt von Menschen, die ähnlich denken und erleben, wie ich – und das fühlt sich gut an.

Zu den positiven Reaktionen zähle ich es, wenn Menschen, die aus Unachtsamkeit oder Unwissenheit verletzend oder stigmatisierend über Trans*menschen sprechen_schreiben, (meine) Kritik daran annehmen und z.B. versuchen, in Zukunft eine respektvollere Sprache zu verwenden. Über solche Reaktionen freue ich mich :-).

7. Wie stark ist Ihr Antrieb zum Schreiben durch das Interesse an der menschlichen Psyche bedingt?

Das spielt auf jeden Fall eine große Rolle, wobei es mir da momentan hauptsächlich um meine eigene Psyche geht, weniger um allgemeingültige Beobachtungen. Das Schreiben ist für mich eine Möglichkeit, mich mit Prozessen, die bei mir ablaufen, auseinanderzusetzen und sie besser zu verstehen. Wenn ich über mich und über mein Erleben schreibe,  kann ich ein bisschen die Perspektive eines Beobachters einnehmen. Ich werde zwar nicht zum unbeteiligten Beobachter, aber ich habe trotzdem den Eindruck, ein wenig von Außen auf diese Prozesse und Muster, die mein Denken und Fühlen bestimmen, schauen zu können. Und oft hilft es mir auch, gewisse Knoten zu lösen.

8. Könnten Sie sich auch vorstellen, einmal zu podcasten?

Die Frage habe ich mir ab und an selbst schon mal gestellt. Bislang lautete meine Antwort aber „nein“. Ich bin ein ziemlicher Perfektionist (auch wenn ich versuche, das hier im Blog nicht so auf die Spitze zu treiben). Beim geschriebenen Wort ist es ja relativ einfach, an Formulierungen nachträglich noch rumzuschrauben. Diese Möglichkeit fehlt mir beim Podcasten. Dazu kommt, dass ich als Transmensch mit meiner Stimme nicht gut klar komme. Sie wird von anderen als Frauenstimme wahrgenommen und daran werde ich nicht so gerne erinnert.

9. Könnten Sie sich auch vorstellen zu Ihrem Thema ein Independent-Printmedium herauszugeben?

Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, was ein „Independent-Printmedium“ ist, aber grundsätzlich habe ich Spaß daran, mit Texten zu arbeiten – mit meinen und denen anderer Menschen. Also: Ja :-D

10. Wäre es machbar für Sie, dem PsychCast ein Skype-Interview zu Ihrem Blog zu geben?

Ja, ich glaube, da hätte ich Spaß dran – auch wenn ich über meinen „Stimmschatten“ springen müsste. Ich bin nämlich eigentlich eine ziemliche Quasselstrippe ;-).

11. Was war die bisher die schönste Reaktion auf Ihr Blog?

Jemand schrieb mir, einer meiner Beiträge habe ihn berührt. Das und die „Liebster“ Nominierung :-). Danke noch mal an den PsychCast!


Soooo. Und jetzt habe ich die Ehre zu nominieren!

…………….Trommelwirbel………….. Ich nominiere:

  • boy*tales, einen Blog mit Texten, Bildern und Tönen zum Thema „Trans*identitäten und Neurodiversitäten“

und

  • Frau Gehlhaar, die über „das Großstadtleben und das Rollstuhlfahren“ bloggt.

Und hier sind meine Fragen an Euch (ich erlaube mir mal das „Du“):

  1. Warum bloggst Du?
  2. Für wen machst Du Deinen Blog?
  3. Was war die bislang schönste Reaktion auf Deinen Blog?
  4. Wie gehst Du mit negativen Kommentaren oder Reaktionen zu Deinem Blog um?
  5. Wie würdest Du diesen Satz vervollständigen: „Normalität ist für mich…“?
  6. Über welche Themen möchtest Du in Zukunft noch in Deinem Blog schreiben?
  7. Wie sieht der „Arbeitsplatz“ aus, von dem Du bloggst?
  8. Glaubst Du, das bloggen die Welt verändert?
  9. Wie wichtig sind soziale Medien für Dich?
  10. Und warum sind sie für Dich (nicht) wichtig?
  11. Was heißt mutig sein für Dich?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mitmacht!

Ach ja, Regeln gibt es auch :-D:

  1. Ihr bekommt 11 Fragen gestellt.
  2. Ihr beantwortet die Fragen in Eurem Blog oder Podcast.
  3. Ihr verlinkt die Seite der Person, die Euch nominiert hat.
  4. Ihr überlegt Euch selbst 11 Fragen und stellt sie an Blogger_innen oder Podcaster_innen, die weniger als 1000 Hörer_innen/ Leser_innen haben.
  5. Verlinkt die Nominierten und informiert se persönlich über ihre Nominierung zum Liebster Award.
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