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Es war ein Wochenende aus der Hölle, aber es hat ein für mich dann doch unerwartetes Ende genommen. Ein Ende, in dem es ein bisschen Kommunikation zwischen mir und meinem Mann gab.

Dieses Signal von ihm kam für mich kurz vor dem Moment, in dem ich den Knopf für den Schleudersitz gedrückt hätte. Es war ein Signal, dass ich ihm nicht egal bin. Und dass es ihm schlecht geht, er nicht weiter weiß. Ich konnte ihm sagen, wie schlimm es für mich war und ist, von ihm wie Luft behandelt zu werden und ich habe das Gefühl, diese Botschaft ist auch bei ihm angekommen.

Was ich gehört habe ist, dass mein Mann sich Sicherheit wünscht. Und ich weiß nicht, wie wir es hinbekommen sollen, Sicherheit zu schaffen in einer Zeit, in der sich halt unglaublich viel für uns beide verändern wird. Nichts, was ich sage(n kann) kann ihm diese Sicherheit geben. Er sagt, es gebe kein Vertrauen mehr. Ich weiß aus früheren Gesprächen, dass er damit nicht notwendig meint, dass er mir als Person nicht mehr vertraut – sondern dass es eher um Vertrauen in die Zukunft geht. Wie kann man so ein Vertrauen wieder aufbauen, wenn sich so viel verändern wird – langsam, aber ja schon radikal?

Die Konstante, die ich brauche ist das Gefühl, dass er zu mir steht. Und meine größte Angst und Verunsicherung rührt daher, dass ich befürchte, dass er mich „so“ eben nicht mehr liebt. Aber ich habe es in dieser Hinsicht leichter als er – denn ich habe jetzt die Chance, die Rahmenbedingungen meines Lebens für mich so zu verändern, dass ich vielleicht stabiler, zufriedener und selbstbewusster werde. Gleichzeitig verändern sich für ihn die „Rahmenbedingungen“ seines Lebens auf eine Art und Weise, die für ihn genau das Gegenteil bedeutet. Er sagt, er kann nur verlieren. Ich weiß nicht was ich tun kann, um dieser Wahrnehmung bei ihm etwas entgegenzusetzen – alles was ich ihm anbieten kann (meine Liebe, meine Treue, zu ihm stehen) scheint kein ausreichendes „Gegengewicht“ zu den Veränderungen zu sein. Und das ist etwas, das ich nicht ändern kann. Denn es geht nicht darum, ihn zu irgendwas zu drängen, ihn irgendwie zu beeinflussen – sondern nur darum, ob wir etwas finden, was die Situation für uns beide OK macht.

Ich wünschte mir, wir würden für dieses Thema „Sicherheit und Vertrauen“ einen „Anpack“ finden. Das wäre glaube ich eine Chance.

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Ein Gedanke zu “Sortieren”

  1. Ja,
    ich denke schon, dass es für ihn mit Sicherheit genauso fundamental ist wie bei dir. Und klar, er sieht „seine Frau“ schwinden, die er geheiratet hat. grundlage halt für eure Ehe – ich denke, so in der Art ist die Denkrichtung.

    Ich weiß nicht, ob es da etwas gäbe, was du gleichgewichtig dagegen setzen kannst. Du willst deine/die Veränderung, er muß sie akzeptieren – und steht damit in einer ungleich ungerechteren Position (wenn ich das mal so überspitzen darf). Ist halt schwierig.

    Vielleicht hilft es, die zukünftige Situation genauer anzuschauen und zu gucken, was er da gewinnen kann oder an „Vorteilen“ hat.

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