Gefühlsroulette

Heute hatte ich einen ziemlich emotionalen Tag und nach einem leichten „Höhenflug“ die letzten Tage bin ich leider wieder ein bisschen abgestürzt. Es sind irgendwie viele Sachen zusammengekommen.

Zu Hause geht es mir schlecht mit der Situation, die mehr oder weniger unverändert ist. Gehen wäre vermutlich richtig, aber ich schaffe es immer noch nicht. Auf der Arbeit hat sich hingegen viel bewegt in den letzten Tagen. Nächste Woche stellt die Verwaltung alles auf den neuen Namen um, was sie jetzt schon umstellen kann. Heute war schon eine Sitzung, in der Führungspersonen informiert wurden. Da dort kein „Stillschweigen“ vereinbart wurde, ist das Thema jetzt raus und macht wahrscheinlich langsam die Runde. Nächste Woche, nach der offiziellen „Namensumstellung“, schicke ich dann mit der Abteilungsleiterin noch eine Email rum und das war es dann hoffentlich.

Obwohl ich mir wegen heute eigentlich keine großen Sorgen gemacht hatte, war ich dann doch ziemlich nervös plötzlich. Ich habe kaum was auf die Kette bekommen, hab geschwitzt und vergessen zu essen. Eigentlich total albern, aber leider macht mein Körper da nicht unbedingt, was der Kopf ihm sagt.

Dann bekam ich eine Email von einem tollen Freund. Ich habe ihn 1999 bei einem Auslandsaufenthalt kennen gelernt. Wir sehen uns nur alle paar Jahre mal, weil er in den USA lebt, haben zwischendurch wenig Kontakt und hatten uns sogar schon mal über Jahre aus den Augen verloren. Aber er ist einfach ein sehr guter Freund auf den ich mich immer verlassen kann und wenn wir uns sehen ist es, als wäre keine Zeit vergangen. Wir machen da weiter, wo wir halt vor zwei Jahren aufgehört haben. Er ist ein unglaublich herzlicher Mensch. Ich hatte ihm heute eine Mail geschrieben und erzählt, was gerade passiert. Naja… nach seiner Antwort saß ich dann erst Mal heulend vor dem PC, weil sie mich so berührt und traurig gemacht hat. Er hat sehr tolle Worte für mich und meinen Mann gefunden, die mir aber eben noch mal vor Augen geführt haben, was ich alles verliere. Er (mein Kumpel) war auch traurig darüber, weil er meinen Mann halt auch sehr mag und sich gar nicht so recht vorstellen kann, dass wir nicht mehr die „inseparable unit“ sind, als die er uns kennen gelernt hat.

 

Die Anspannung heute, die Erleichterung, dass nichts „explodiert“ ist auf der Arbeit, erste nette Reaktionen von Kolleg_innen, die Mail von meinem Kumpel – das war ein bisschen viel. Ich fühle mich völlig ausgelaugt gerade und ich merke, wie erschöpft ich emotional eigentlich bin – und wie sehr mich das körperlich direkt runterzieht. Ich denke oft, ich müsste eigentlich schon den gesamten Vorrat an Emotionen aufgebraucht haben, den ein Mensch so durchschnittlich für sein Leben hat. Aber so funktioniert das wohl nicht.

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