Theater, Bebi!

Vor zwei Wochen trudelte ein Aufruf für ein Theaterprojekt in meine Timeline, das Trans* und Inter-Menschen suchte, um gemeinsam mit professionellen Schauspieler_innen und Tänzer_innen ein Stück zum Thema Identität auf die Bühne zu bringen. Ich habe (untypisch für mich) nur kurz überlegt und mich dann dort gemeldet.

Ich habe eigentlich keine Affinität zu Theater und schaue mir selbst eher selten Stücke an. Aber ich finde das Projekt interessant und denke, dass das für mich eine spannende Erfahrung sein könnte.

Eigentlich läuft „auf der Bühne stehen“ allem entgegen, womit ich mich so wohlfühle: Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt. Ich mag es nicht, wenn Leute mich ansehen und ich mich irgendwie beobachtet fühle. Ich falle nicht gerne auf. Ich mache mich gerne klein (was bei meiner Größe gar nicht so einfach ist). Ich versuche, möglichst keinen Platz zu beanspruchen. Das habe ich „schon immer“ so empfunden, aber seit ich nun überall geoutet bin und mit meinem männlichen Namen auftrete ist dieses Empfinden noch mal stärker geworden – gerade, wenn ich mich in öffentlichen, stark binär gegenderten Räumen bewege. Ich hab oft das Gefühl, ich habe nicht das Recht, mir dort „Raum zu nehmen“ und dort (körperlich) präsent zu sein.

Beste Voraussetzung also, sich mal komplett in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit wildfremder Menschen zu stellen :D.

Aber im Ernst. Auf der Bühne stehen hat für mich genau damit zu tun, sich Raum zu nehmen und eine Präsenz zu zeigen – körperlich, stimmlich. Und ich glaube, dass es für mich spannend und gewinnbringend wäre, mich damit im Rahmen dieses Projekts mal auseinanderzusetzen und mal zu schauen, was mit diesen „Widerständen“ passiert, ob sie sich verändern und ob für mich vielleicht auch noch mal ein anderes Körpergefühl dabei rauskommt. Mehr Selbstverständlichkeit. Nicht immer (gefühlt) neben mir stehen. Mal hier sein und präsent sein.

Gestern war ich bei einem ersten Kennenlernworkshop. Das war komisch (vor allem, weil zwei Leute abgesprungen waren und ich also mit nur noch einer weiteren Trans*person ziemlich auf dem Präsentierteller und dem Team gegenüber stand :D). Aber es hat auch Spaß gemacht. Ich muss noch mal in mich gehen – auch ob ich das zeitlich so alles hinbekomme – aber wenn mir das machbar erscheint, bin ich glaube ich dabei!

 

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Ein Gedanke zu „Theater, Bebi!“

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