Zuspitzungen

Ja, Dinge haben sich zugespitzt über die letzten Wochen.

Mein Verstehen, zum Beispiel, dass ich in der Beziehung zu meinem Mann tatsächlich nichts mehr retten kann. Ich habe diese Hoffnung, dass es noch irgendetwas geben könnte, das ich tun könnte um die Situation zu verbessern, endlich zu den Akten gelegt. Mein Mann kreist um sich und seine Bedürfnisse und ich kann das nicht durchbrechen.

Gleichzeitig hat sich bei mir der Wunsch nach der HRT, den ich ja schon lange habe, ganz langsam und schleichend in eine Art Gewissheit verwandelt – die Gewissheit, dass ich diesen Schritt gehen werde. Von Außen betrachtet scheint das vielleicht kein großer Schritt zu sein. Aber es fühlt sich in mir drin doch ziemlich anders an.

Und dann hat mir mein Mann mit seinem Verhalten vorgestern noch einen ziemlichen Schubs in diese Richtung gegeben. Er „löst“ ja Probleme vor allem durch ignorieren (oder eben strategisches „vergessen“). So hat er es mit unserem Hochzeitstag letztes Jahr gemacht und anscheinend auch mit meinem Geburtstag nächste Woche. Es ist mein 40. Ich meinte zu ihm, dass ich am <Tag des Geburtstags> gerne mit Freund_innen essen gehen würde. Er guckte mich nur fragend an. „Was ist denn am <Tag des Geburtstags>?“ Und ich hab nur mal wieder meine Tränen runtergeschluckt und nichts dazu gesagt.

Am liebsten wäre es mir, er wäre gar nicht da an diesem Tag.

Am Dienstag versuche ich, einen Termin beim Endo zu machen. Egal, ob ich das meinem Mann bis dahin gesagt habe, oder nicht.

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4 Gedanken zu „Zuspitzungen“

  1. Ich weiß nicht, ob dein Mann schon immer so gewesen war und sicher – Du und ich haben 2 völlig verschiedene Themen.
    Aber ich lebte mit meinem 1. Mann 8 Jahre lang in einer Beziehung, welche mir oft in den Kopf kommt, wenn Du von dir/euch erzählst.
    Viele Jahre lang hatte ich – damals gerade erst die Definition Mißbrauch für mein bisheriges Leben bekommen – versucht, so zu sein, wie er mich „gebraucht“ hätte. Versucht, seine Erwartungen und Hoffnungen zu erfüllen.
    Und doch meist hierfür nur Kälte, Ignoranz und Lieblosigkeit erhalten. Immer hatte ich gehofft, wenn ich nur MEHR so wäre, wie er es braucht, würde er mich MEHR lieben.

    Als ich damals mit nichts ging, fühlte es sich an wie (m)ein Ende.
    Aber es war der erste Schritt gewesen zu mir selbst – auch, wenn der Weg noch heute nicht vorbei ist.

    Wir sind nicht auf der Welt um zu ERTRAGEN.
    Auch nicht, um anderen Menschen zu geben, was sie erwarten.
    Sondern um unseren Weg zu finden, um glücklich zu sein.
    Ich wünsche dir sehr viel Freude dabei, dich selbst zu entdecken.

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  2. Ja,
    das sieht wirklich so aus, als würdest du jetzt _deinen_ Wunsch umsetzen. Das ist gut so. Jedes Handeln hat Konsequenzen, manchmal auch welche, die man gerne meiden möchte. Ist aber leider nicht immer möglich.

    Ich finde es gut, dass du dich jetzt an die Umsetzung deiner Wünsche machst.

    Gefällt 1 Person

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