A mixed bag

Eigentlich würde ich gerne etwas zu Orlando und vor allem auch zu den Reaktionen und zur Berichterstattung schreiben. Das Whitewashing. Den Ableismus. Das Verengen des Blickwinkels auf „Homofeindlichkeit“, anstatt anzuerkennen, dass „queer“ nicht synonym mit „homosexuell“ nicht synonym mit „schwul“ ist, sondern soviel mehr. Schaut Euch #queerselflove auf Twitter an, dann bekommt ihr vielleicht eine Idee davon, was ich meine.

Aber ich habe gerade keine guten Worte dafür und deswegen schreibe ich lieber über Alltäglicheres. Nächste Woche sind es schon 8 Wochen mit Testosteron. Ich habe heute meine Blutwerte bekommen und alles ist in Ordnung. Auch wenn ich langsam etwas ungeduldig werde weil ich finde, dass die Änderungen jetzt ein bisschen schneller passieren könnten, fühle ich mich wohl so wie es ist – also mit dem Gel und ohne den Östrogenblocker. Ich merke, dass sich mein Körper verändert, ganz ganz schleichend. Also, etwas zu schleichend für meinen Geschmack, aber der Kopf soll ja auch mitkommen.

Meine Stimme hat sich nach dem ersten kleinen Schritt nach unten nicht weiter bewegt, das finde ich ein bisschen schade. Aber der nächste Satz kommt hoffentlich auch irgendwann. Dafür ist mein Bauch ganz definitiv haariger geworden und auch sonst scheint die Körperbehaarung langsam etwas stärker zu werden. Ist aber alles noch blond, insofern nicht besonders sichtbar. Im Gesicht tut sich noch nicht wirklich was in Sachen Behaarung, aber das finde ich ganz OK. Die Haut meckert ein kleines bisschen, aber das habe ich oft auch, wenn ich etwas Unverträgliches gegessen habe. Meine Hausärztin  meinte heute, als sie mich abgehorcht hat, ich hätte mehr Muskeln. Soll mir recht sein! ^_^

Emotional fühle ich mich ziemlich stabil. Keine Abstürze. Gerade bin ich mal wieder ein ziemlich traurig über die Situation mit meinem Mann und ich darf echt nicht zu viel darüber nachdenken, aber ich kann damit umgehen. Ich frage mich, ob ich wohl noch mal in meinem Leben eine Beziehung haben werde. Ich kann mir schwer vorstellen, dass ich noch mal jemanden finde, der für mich passt, für den ich passe. Für den dieser Körper, der halt kein „männlicher Normkörper“ ist und auch nie werden wird (es sei denn, wir kriegen die Norm kaputt ;)), trotzdem liebens- und begehrenswert ist. Aber letztlich ist es für mich glaube ich wichtiger, selbst erstmal dahin zu kommen, mich und diesen Körper liebens_wert oder wenigstens überhaupt mal ein bisschen okay zu finden.

Und vielleicht wird #queerselflove auch irgendwann mal mein Hashtag :).

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