Situation normal, all f*cked up

Diese Woche war echt anstrengend. Mein Mann hat allen Fässern den Boden ausgeschlagen. Ich bin immer noch sprachlos und kann nicht gut darüber schreiben. Die Situation zu Hause ist noch schlimmer geworden, als sie ohnehin schon war und ich schaffe es nicht, mich daraus zu befreien.

Am Montag bin ich Gefahr gelaufen, alles wieder über Bord zu werfen, was ich mir in den letzten Monaten erarbeitet habe. Meine Twitterbubble hat mich aufgefangen <3.

Ich glaube der größte Konflikt entsteht für mich gerade einerseits durch den Wunsch, einfach wegzulaufen und mich aus dieser privaten Situation rauszuziehen. Diese Missachtung, Nichtbeachtung, Abneigung, die mir da jeden Tag entgegenschlägt ist unerträglich. Aber andererseits will ich nicht die Möglichkeit verspielen, vielleicht doch in meinem zu Hause bleiben zu können – auch wenn sie sehr klein ist.

Und weil es für die Woche noch nicht genug war, bin ich gestern mit meinem Therapeuten in die Bearbeitung ziemlich schwieriger Kindheits-/Jugenderinnerungen gestartet. Ich hab mich entschieden, „EMDR“ auszuprobieren. Das ist eine Methode, die helfen kann, als traumatisch Erlebtes zu verarbeiten. Ich tue mich schwer damit das, was ich da erlebt habe, wirklich als Trauma zu bezeichnen. Dafür kommt es mir nicht „schwer“ genug vor. Aber andererseits prägen diese Erfahrungen mich bis heute und sie haben immer noch sehr starke Auswirkungen – z.B. darauf, wie ich meine sozialen Beziehungen gestalten kann.

Diese Erfahrungen sind keine „komplexen“ Traumata. Und ich erwarte nicht, dass die Bearbeitung mein Selbst-Erleben oder die Art und Weise, wie ich mit anderen in Beziehung treten kann, radikal ändert. Aber vielleicht ist das ein (relativ gut erreichbarer) Hebel, mit dem ich zumindest eine kleine Verbesserung herbeiführen kann.

Die Sitzung war unglaublich anstrengend, auf verschiedenen Ebenen. Das fing damit an, dass für diese Methode – bei der visuelle Reize gesetzt werden – mein Therapeut mit seinem Stuhl näher an mich ranrücken musste. Er saß zwar objektiv betrachtet immer noch recht weit von mir entfernt, aber es war mir trotzdem zu nah. Dazu addiere man dann die ganzen Ängste und Emotionen bezüglich meines Manns, die Gefühle, die von der Erinnerung an die Erlebnisse ausgelöst wurden UND die Angst, die ich vorher vor diesen Gefühlen hatte. Puh o.O

Es war sehr fordernd und ich hab immer wieder sehr starke Angstgefühle gehabt. Es hat 2 Stunden gedauert, bevor ich wieder aus der Praxis rausgegangen bin. Aber komischerweise war ich zu diesem Zeitpunkt völlig ruhig und mein Kopf hatte mal Pause. Kein Gedankenflackern, keine Gefühle. Ich wünsch‘ mir manchmal, es könnte immer so sein.

Morgen ist übrigens der zweite Fototermin. Nochmal gemischte Gefühle. Ich freue mich eigentlich drauf, aber ich habe Angst vor dem, was ich auf den Fotos (nicht) sehen werde. Ich nehme zwar Veränderungen an mir wahr, aber das bewegt sich alles in Dimensionen, die auf Fotos nicht zu sehen sein werden.

Ich weiß gerade nicht, ob ich das gut aushalten kann.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s