Abgrenzungen

Ich kreise in letzter Zeit viel um das Thema „Nähe“ zu anderen Menschen. Das hat einerseits eine geistig-emotionale Ebene, die extrem wichtig ist – viel wichtiger, als die körperliche Ebene. Aber die körperliche Ebene ist halt auch da. Und wenn es für mich schon eine unglaubliche Herausforderung ist, andere Menschen emotional an mich ran- und mich auf diese Form von Nähe irgendwie einzulassen, immer die Angst vor Zurückweisung im Nacken, dann überfordert mich dieses Körperdings vollkommen.

Und ich meine noch nicht einmal Sex. Das fängt schon mit einfachen Berührungen an. Einen vertrauten Menschen halten oder gehalten werden. Eine Hand auf der Schulter oder dem Arm. Rücken an Rücken mit jemandem sitzen, den man mag. Ich merke, das mir sowas fehlt. Es gab diese Nähe zwischen meinem Mann und mir, aber jetzt gibt es sie seit bestimmt zwei Jahren nicht mehr.

Seine Ablehnung hat eine Wunde geschlagen, aber meine eigene Ablehnung gegenüber meinem Körper ist heftiger. Sie macht, dass es mir so schwer fällt Berührungen zuzulassen, die mehr als flüchtig sind. Denn die Berührungen bedeuten halt auch, den eigenen Körper zu spüren, wie er an die Grenzen eines anderen Körpers stößt. Ich wünsche mir, jemand anderes spüren als Gegengewicht zu mir selbst – aber mich selber dabei spüren müssen, das ist schwer.

Looks like I can’t have my cake and eat it too.

It’s complicated.

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2 Gedanken zu „Abgrenzungen“

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