Mastek woes

Morgen habe ich ein erstes Infogespräch für die Mastektomie und ich fühle mich komplett überrollt gerade. Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Thema bis jetzt kaum wirklich beschäftigt habe. Also, so abstrakt schon – die Brüste sollen auf jeden Fall weg und zwar so schnell, wie möglich. Aber praktisch – bei wem, mit welchem Verfahren, mit welchen gewünschten Ergebnissen – das habe ich immer so weggeschoben. Und ich merke auch jetzt, dass ich mich eigentlich gar nicht damit beschäftigen will. Am liebsten würde ich das nach dem Motto „Augen zu und durch“ machen. Aber das Problem ist, dass ich ja mit dem Ergebnis hinterher auch leben können muss – und dafür ist es besser, sehenden Auges in die Sache reinzugehen.

Ich mache mir keine Illusionen: es gibt sehr durchwachsene und auch verkorkste Ergebnisse. Und egal, wie gut man sich die_n Operateur_in aussucht, es kann immer was Suboptimales dabei rauskommen. Ich habe das bis jetzt immer als Entschuldigung genommen, mich gar nicht weiter mit den Ergebnissen verschiedener Operateur_innen zu beschäftigen.

Seit einer ganzen Weile schon hab ich einen Zugang zu einem Forum, in dem auch OP-Bilder veröffentlicht werden. Und ich habe mich die ganze Zeit nicht getraut, reinzuschauen.

Die Kopf-in-den-Sand Taktik beherrscht offenbar nicht nur mein Mann, was?

Heute habe ich dann also Bilder angeschaut und bin maximal verunsichert. Von der Operateurin, die ich im Auge habe, gibt es dort nur sehr wenige Bilder. Leider auch ein paar eher abschreckende Ergebnisse (die aber teils auch schon etwas älter sind). Ich kenne auch ein absolut tolles Ergebnis. Aber welche Faktoren jetzt dazu führen, dass es einmal toll und einmal verkorkst aussieht…da kommt letztlich wahrscheinlich so viel zusammen, das kann niemensch vorhersagen.

Eine weitere Schwierigkeit bei der Entscheidungsfindung ist, dass ich erwäge, die OP selbst zu bezahlen. Das wird bei dieser Operateurin möglich sein. Die anderen sprengen voraussichtlich mein Budget. Das heißt, da müsste ich den Weg über die Krankenkasse gehen – was auch heißt, dass sich das ganze noch weit bis ins nächste Jahr ziehen kann. Den Antrag kann ich nach den Kriterien der KK erst Anfang 2017 stellen – sie wollen 12 Monate „Alltagserprobung“ auch im Beruf. Dass beim ersten Mal eine Ablehnung kommt ist wahrscheinlich. Also Widerspruch. Wieder warten. Wenn es ganz ungünstig läuft, kann ich die OP nicht vor Sommer/Herbst 2017 machen lassen.

Das bedeutet auch: noch ein Jahr Stress zu haben mit öffentlichen Umkleiden – im Fitnessstudio, im Schwimmbad. Unangenehme Situationen beim Sicherheitscheck mit Abtasten am Flughafen. Mich jeden Tag in diesen vermaledeiten Binder quetschen, der mich einengt und mir gefühlt manchmal die Luft zum Atmen nimmt*.

Ach, ach. Schöne Scheisze.

 

*Tut er nicht wirklich – er sitzt ziemlich gut. Passt, wackelt und hat Luft. Das ist eher ein Kopfding, glaube ich.

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2 Gedanken zu „Mastek woes“

  1. Das kann ich voll verstehen. Hatte am Montag mein erstes Vorgespräch und mich hat’s auch total gestresst (obwohl’s ganz gut lief). Es hängt so viel daran und gleichzeitig fällt die Auseinandersetzung schwer…..
    Gutes Gelingen dir heute! :-)

    Gefällt 1 Person

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