Overload

Eine kurze Woche habe ich wieder gearbeitet und ich war schon nach dem zweiten Tag einfach nur komplett durch. Ja, es waren Zehnstundenplusarbeitstage und es ging nicht viel besser weiter, aber das macht mir echt Angst vor der Zukunft. Arbeiten, sich trennen, wahrscheinlich umziehen und noch den ganzen rechtlichen und medizinischen Transitionsmist managen…wie macht man das, ohne unter die Räder zu kommen? Ich bin so am Limit, aber ich weiß nicht, wo ich Kräfte einsparen soll.

Es muss alles irgendwie weitergehen, denn sonst komme ich nie aus dieser Tretmühle raus. Erholung am Wochenende ist auch nicht, weil ich Sonntag schon wieder auf Dienstreise starten muss und der Vortrag, den ich dann Montag halten soll, auch noch nicht fertig ist. Und so geht es jetzt weiter. Ich gehe die nächsten zehn Arbeitstage quasi auf „Deutschlandtour“. Vier Dienstreisen, vier Städte. Viermal Hotelübernachtung. Vier Zugfahrten, vier Flüge. Mindestens vier von den Tagen werden mit allem drum und dran sicher 12-14 Stunden lang sein, die anderen nur unwesentlich kürzer. Ein Vortrag, eine Moderation, zwei Mal ein- bzw. zweitägige Lehrveranstaltungen (zum Glück mit einem Kollegen zusammen). Also Quatschen ohne Ende. Aufmerksam sein ohne Ende. Kompetent wirken. Zwischendurch den Auftraggebern erklären, warum bei der Abrechnung auf den Bahn und Flugtickets ein Frauenname auftaucht. Und ständig die Sorge, dass es mit verträglichem Essen schwierig wird.

Situation normal, all fucked up.

Ich wusste vor dem Urlaub, dass es so aussehen würde, wenn ich wieder zurück bin. Aber wenn man dann drinsteckt, ist es trotzdem schlimm. Ich will einfach diese ganzen verdammten „Add ons“, die mir das Leben schwer machen und die so viel Zeit und Energie kosten, nicht mehr haben. Ich frage mich echt, wie das ist – einfach „nur“ Arbeiten und Leben. Ohne diesen ganzen Mist: Unterlagen zusammensuchen, Anträge schreiben. Untersuchungen über mich ergehen lassen, ständig Termine für irgendwas jonglieren. Informationen sammeln, Entscheidungen treffen, mich erklären, wieder und wieder. Ich bin so scheißmüde.

So, das musste mal raus.

Jetzt hätte ich gerne jemanden, der hier neben mir auf der Couch sitzt und mich erdet. Aber so jemanden gibt’s gerade nicht.

Also ins Bett, Decke über den Kopf und Klappe für heute.

Ich verspreche, irgendwann scheint hier auch mal wieder die Sonne.

 

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3 Gedanken zu „Overload“

  1. Ich bin mir sicher, das mußt Du HIER niemandem versprechen :)
    Für mich persönlich ist es völlig in Ordnung, auch diese Seite von dir hier zu erleben. Sie gehört zu deinem Weg.

    Als ich dich eben las, kam mir das Bild von einer Autobahn in den Kopf, wo sehr viele Autos sehr schnell fahren und man beim Zusehen aus der Ferne glaubt, all das sei viel zu viel und schnell. Niemals könnte man es schaffen, dort mitzuschwimmen.

    Und wenn Du dann im fließenden Dorfverkehr mitschwimmst, zum Autobahnzubringer, hoch fährst und dich einfädelst, bist Du mittendrin und hast es doch geschafft.
    Und das Fahren ist dann auch garnicht so schwer.

    Ich bin mir nur manchmal nicht sicher, ob sich dein Weg nicht manchmal für dich anfühlt wie jener eines Geisterfahrers…
    Und auch Sprit braucht sowas ungemein viel.
    Zumindest im Moment noch.
    Wenn es so wäre, dann schicke ich dir in jedem Fall viel Kraft und dass all diese addons nicht mehr allzulange brauchen, bis sie gelöst sind.

    Gefällt 1 Person

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