Planes, trains, hotels

Drei Viertel meines Dienstreisemarathons liegen hinter mir. Puh. Ein Vortrag, zwei Workshops. Flugzeuge und Züge. Heißt halt auch: Sicherheitschecks und Ticketkontrollen mit Ausweis als Identifikation. Beides hat bei mir im Vorfeld ein bisschen für Bauchschmerzen gesorgt. Kein Drama, aber ich könnte gut ohne diesen Extrastress leben.

One day!

Am Flughafen wartet der Körperscanner beim Sicherheitscheck auf mich. Der mag keine Binder – da wird dann im Brustbereich durch das komprimierte Gewebe angezeigt: „da ist was, was (bei Männern*) da nicht hingehört“. Mich stresst diese Situation – auch, weil ich nicht weiß, wie die Leute vom Sicherheitspersonal mich lesen und zu wem sie mich zum „Abtasten“ schicken. Dieses mal wurde ich „zum Kollegen“ geschickt. Der guckte mich dann erstmal aber ziemlich irritiert an und fragte, ob ich Mann sei. „Ja“. Er guckt weiter skeptisch, ich hebe an zu erklären, dass ich ein Kompressionsshirt trage. Er unterbricht und fragt wieder, „Mann?“. Jahaaaaaa. Das Abtasten war dann zum Glück schnell vorbei, aber diese Angst „aufzufliegen“ ist echt unangenehm. Und am Montag darf ich das gleiche nochmal machen.

Die Zugfahrt am Mittwoch wurde dann dadurch spannend, dass die Dienstreisestelle das Ticket in einer Verkettung unglücklicher Umstände auf den männlichen Namen gebucht hatte – dieses dann aber mit meinem Personalausweis auf den alten Namen als Identifikation verknüpft hat. Auch wenn ich das sicher ohne größere Probleme zu bekommen hätte klären können (zumal es kein Sparticket war und ich auch den dgti-Ergänzungsausweis habe), habe ich wirklich keine große Lust, in einem Großraumabteil voller Menschen zu erklären, was da los ist. Also wieder Schwitzen auf der Hin- und Rückfahrt. Vor allem, als die Zugbegleitungsperson sich den Ausweis gaaaanz genau anguckt. Helpppp! War dann aber anscheinend OK, oder die Diskrepanz ist nicht aufgefallen.

Bei der letzten Dienstreise war es dann so, dass die Dienstreisestelle das Hotel auf den weiblichen Namen gebucht hatte. Das ist prinzipiell nicht problematisch, aber ich hab so absolut keine Lust mehr, irgendwo als „Frau Sowieso“ angesprochen zu werden. Naja. Ich dachte, lass es einfach über mich ergehen und gut ist. Ich kam abends mit einigen Kolleg*innen dort an und hab mich als letztes in die Schlange gestellt, weil ich nicht wollte, dass die das mit dem Namen eventuell mitbekommen. Da waren zwei dabei, die mich nur als „Herr Tomi“ kennen. Als ich dann dran war meinte ich nur, ich hätte eine Reservierung für „Nachname“. Rezeptionsperson sucht im Computer….wiederholt noch mal fragend den Nachnamen und fand offenbar nicht das richtige. Ich sagte dann sowas wie „Da steht wahrscheinlich noch ein falscher Vorname“. „Ah, ja! Deswegen habe ich das nicht gefunden, das passte ja nicht! Dann ändern wir das gleich“. Offensichtlich hatte die Person mich als männlich gelesen_gehört und das mit dem weiblichen Namen nicht zusammenbekommen.

Bitte was?

Made my day! :D Und es nimmt mir ein bisschen die Angst, die ich immer noch habe, wenn ich auf binär getrennte Toiletten gehen muss. Also, aufs Herren WC. Ich hab immer noch Sorge, dass mich jemand schief anguckt oder anspricht. Am Bahnhof in Frankfurt bin ich zur Toilette und dachte, schnell rein, schnell raus. Und dann war da eine ziemlicher Auflauf. Erst vor der Toilette stehen, dann vor den Kabinen warten. Schwitzen. Auf den Boden starren, bloß niemanden versehentlich ansehen. Aber auch das habe ich unbeschadet überstanden.

Jetzt ist erstmal Wochenende. Ich hab meinen Mann gebeten, dass wir morgen endlich über das Haus reden. Das steht jetzt für morgen nachmittag auf dem Plan. Abends ist er zum Glück weg. Sturmfreie Bude. Da kann ich mich dann je nach Stimmungslage nach dem Gespräch wahlweise verkriechen oder auf dem Tisch tanzen.

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Ein Gedanke zu „Planes, trains, hotels“

  1. Ach ja die Sicherheitskontrolle^^ Bin letztes Jahr, paar Wochen auf T, geflogen. Durch Scanner, es piepst und der männliche Sicherheitsbeamte schickt mich zur Kollegin. Sie guckt irritiert und fragt „äh zu mir?“ Der Typ zurück „ja ich weiß nicht“ und fragt mich dann „männlich oder weiblich?“ Also sag ich „eigentlich männlich..“ „na dann, komm zu mir“ ich verbuchte das unter passing und war froh gefragt zu werden. Auf der Bordkarte stand natürlich noch deadname. Hotel war dann auch so ne Sache. An der Rezeption gesagt dass ich reserviert hab und da ich meinen deadname nicht sagen wollte Ausweis gezeigt. (Den brauchten die eh) was macht die Frau von Rezeption? Brüllt „Ah deadname“ durch die Lobby. Ich wollte im Boden versinken. Reisen als Trans ist immer n Abenteuer 😆 Wünsch dir n erholsames Wochenende und das Montag auch alles glatt geht!

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