In dis|connect

Es gibt eine (kurze) Antwort von meinem Therapeuten. Meine Worte haben ihn betroffen gemacht. Ich weiß nicht recht, was ich damit machen soll. Es löst unterschiedliche Gefühle in mir aus. Einerseits ist es ein Signal, dass ihn irgendetwas von dem, was ich geschrieben habe, erreicht hat. Aber was genau ihn betroffen macht, weiß ich nicht. Dazu waren die Botschaften und Gedankengänge in meiner Mail wohl auch zu unsortiert.

Ich kann persönlich nicht gut mit dem Gefühl umgehen, dass ich andere Menschen irgendwie „beeinträchtige“ oder dass sie sich wegen mir nicht gut fühlen. Andere „betroffen“ zu machen gehört dazu. Aber trotzdem bin ich dankbar, dass er sich überhaupt auf meine Mail gemeldet hat (konkret mit einem Gesprächsangebot). Und das ist die andere Seite: letztlich war glaube ich eine Botschaft meiner Nachricht an ihn, dass seine Abgrenzung gegen über meinen Themen, sein „Nicht-Betroffensein“ von den Rahmenbedingungen, dazu führt, dass ich mich unsicher fühle.

Und nein, ich möchte gerade genauso wenig in seiner Haut stecken, wie in meiner. Ich stelle mir vor, dass die Fähigkeit sich abzugrenzen für Menschen, die in irgendeiner Form therapeutisch arbeiten eine Grundvoraussetzung ist, anderen helfen zu können. Eine Balance zu finden zwischen Involviertheit – ohne die sich bestimmte Dinge sicher einfach nicht verstehen lassen – und Distanz stelle ich mir vor, wie einen Drahtseilakt.

Umso mehr, wenn ich meine_unsere ganz spezielle Konstellation betrachte: ich bin jemand, der aus der Angst heraus, dass das Äußern und Beachten meiner eigenen Bedürfnisse zu Beziehungsabbrüchen führen könnte (weil „unangemenssen“, „zu viel“), genau das nicht tut: eigene Bedürfnisse äußern. Das ist eigentlich eins der Themen, an denen wir immer mal wieder arbeiten. Nun habe ich gegenüber meinem Therapeuten Bedürfnisse geäußert, aber diese betreffen, zumindest vermute ich es, seine eigenen Grenzen in einer Art und Weise, dass ich nicht weiß, ob dieses Beziehungsgefüge dem standhält. Im (für mich) schlimmsten Fall mache ich die Erfahrung, dass sich meine Angst bestätigt.

Hm. Aber eigentlich wollte ich über etwas anderes schreiben. Auch über Gefühle von Distanz/Nähe, aber anders.

Stay tuned.

 

Advertisements

Ein Gedanke zu „In dis|connect“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s