Komplexitätsreduktion

Irgendwie fühlt sich alles gerade zu chaotisch, zu komplex, zu viel an. Alle meine Baustellen. Das geht so nicht. Ich habe heute hier gesessen und war so angespannt, dass ich ein ständiges Angstgefühl hatte. Das ist jetzt ungefähr das letzte, was ich noch brauche.

Also erstmal ein paar Baustellen zu machen. Ich habe heute mittag meinem Therapeuten geschrieben und ihn gebeten, den Verlängerungsantrag bei meiner Kasse zu stellen. Das gibt jetzt zwar eine neue Baustelle, weil die Kasse voraussichtlich ablehnen wird – aber es birgt erstmal weniger Unsicherheit, als das Szenario Therapeutenwechsel und Neuantrag. Als zweites habe ich gerade die Wohnung abgesagt. Als ich die Nachricht abschicken wollte, habe ich dann zwar doch noch mal kurz gezögert, aber ich denke, es ist die richtige Entscheidung. Irgendwie stimmte es dort nicht für mich. Ich werde weiter suchen und hab dafür aber jetzt noch ein paar mehr Anhaltspunkte, auf die ich bei der Auswahl von Wohnungen oder Häusern achten kann. Auch gut.

Ich hab es übrigens geschafft, mir ausgerechnet potenzielle Vermieter*innen auszusuchen, die mit einer Familie befreundet sind, die drei Häuser weiter wohnt. Haha. Die wissen natürlich weder von Tomi, noch dass mein Mann und ich uns trennen. Aber alle, die den Lokalteil der Zeitung hier letzte Woche gelesen haben, sind eh über ein Riesenfoto von mir (inklusvie männlichem Namen) o_O. Ich hatte bei einer Aktion mitgemacht, bei der es darum ging in Vier-Augen-Gesprächen mit Besucher*innen der Aktion Vorurteile abzubauen. Die Presse war auch da. Tja.

In Sachen Passing hatte ich in letzter Zeit ein paar lustige Erlebnisse. In meinem Stammsupermarkt gab es irgendwie Probleme mit dem EC-Gerät. Die sehen mich da jede Woche und gucken glaube ich gar nicht mehr auf den Namen auf der Karte. Normalerweise. Letztes Mal kam kein Beleg aus dem Gerät und zwei Personen diskuterten ewig darüber, wie jetzt zu verfahren sei und schrieben dann meinen Namen und die anderen Infos von der Karte auf einen Zettel, damit ich die Abbuchung per Unterschrift genehmigen konnte. Toll, dachte ich bei mir… falls sie mich überhaupt schon jemals richtig – also als Mann – gelesen haben sollten, war’s das jetzt erstmal wieder. Beim Wagen einpacken hörte ich dann mit halbem Ohr, wie es immer hin und her ging… die Kundin… der Kunde… So ganz sicher waren sie sich offenbar nicht. Verabschiedet wurde ich dann von der Person an der Kasse mit einem „Auf Wiedersehen Herr Tomi“. Vom Namen auf der Karte waren sie also offenbar nur so mäßig beeindruckt. Hoffentlich sprechen sie mich jetzt nicht das nächste Mal darauf an, wessen Karte das denn überhaupt ist xD.

Bei der Autowerkstatt war es irgendwie so ähnlich heute. Ich hab meinen Wagen hingebracht, Papiere dagelassen… aber trotzdem sind die konstant beim „Herrn“ geblieben. Entweder haben sie auf den Namen gar nicht geachtet, oder sie dachten, ich bringe den Wagen für Frau Tomi. Auch gut. Solange sie ihn mir morgen wiedergeben…

So. Schlafen jetzt. Hoffentlich etws mehr, als letzte Nacht.

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3 Gedanken zu „Komplexitätsreduktion“

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