Kaputt

Ich fühle mich gerade so hilflos und alleingelassen dabei, durch dieses so genannte Gesundheitssystem zu navigieren. Ich weiß noch nicht mal mehr, wo ich ansetzen soll. Dieses System pathologisiert mich und baut dann Hürde um Hürde auf, wenn es darum geht, mir zu helfen.

Eine Fortführung der Therapie bekomme ich nur, wenn ich meinen Therapeuten dafür bezahle, dass er diesen Antrag stellt. Von den 100 Euro bekomme ich vielleicht die Hälfte wieder, falls der Antrag genehmigt wird. Wenn nicht, Pech. Die Chancen stehen 50:50. Mein Therapeut nimmt dieses Geld aus der Erfahrung heraus, dass die Kasse momentan quasi jeden Verlängerungsantrag erst einmal ablehnt.

Gleiches Spiel mit dem psychotherapeutischen Bericht, den die Kasse für die Kostenübernahme der Mastektomie fordert. Auch den darf ich selbst bezahlen. Das werden nochmal ca. 150-200 EUR, die mein Therapeut dafür nimmt. Ob ich eine Chance habe, von meiner Kasse da wieder etwas zurückzubekommen? Keine Ahnung. Ich habe bei einer Patient*innenberatung angefragt, wie das rechtlich ist. Aber die waren beim letzten mal, als ich Unterstützung gesucht habe, nicht besonders hilfreich… ich bin nicht so optimistisch.

Die andere Variante wäre eine Mitgliedschaft im VdK (ein Sozialverband, der u.a. bei Konflikten mit der Krankenkasse hilft). Aber ich hab keine Ahnung, wie offen und hilfsbereit die mit Blick auf trans*Kram sind.

Und natürlich ist das Kernproblem nicht (nur) mein Therapeut, sondern die Krankenkasse(n). Ich denke, die haben es geschafft. Die Hürden, irgendwie wieder psychotherapeutische Unterstützung zu bekommen, sind mir zu hoch. Ich hab die Kraft nicht, jetzt noch Klinken zu putzen auf der Suche nach einer neuen, auch noch trans*freundlichen Praxis. Die monatelangen Wartezeiten auf Termine. Das Antesten, ob es vielleicht passt. Und wenn nicht, alles wieder von vorn.

Ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr. Ich habe keine Lust mehr auf dieses Scheiß-System. Ich versuche jetzt, irgendwie die Mastektomie genehmigt bekomme. Und hoffe, dass ich irgendwann mein Leben vielleicht doch noch mal irgendwie okay finden kann.

***

Hier, dings, Nachtrag.

Ich will meinen Thera gar nicht dafür verteufeln, dass er guckt, dass er nicht ohne Ende umsonst arbeitet. Aber die Kombi aus Depressivität, einer Krankenkasse, in die ich kein Vertrauen habe, plus einem Therapeuten, in den ich seit dieser Gutachten-Geschichte auch nicht mehr ganz so viel Vertrauen habe, ist gerade echt ungünstig.

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