Therapieplatzsuche while trans* (2)

Ehrlicherweise hätte ja mein letzter Beitrag eher heißen müssen: „Therapieplatzsuche while being me. And a little bit about trans*“, ne?

Die bisherige Bilanz ist, dass sich eine Praxis zurückgemeldet hat *gasp* und mir noch im Dezember einen Termin fürs Erstgespräch angeboten hat *GASP*. Ich fand die Mail etwas komisch, aber da werde ich jetzt einfach mal schauen, was das Gespräch ergibt. Über den Therapeuten* hat mir das Internet nicht viel verraten. Muss ich mich wohl überraschen lassen. Was ich ungut finde ist, dass sich die eine Ambulanz nicht gemeldet hat. Denen hatte ich Anfang der Woche geschrieben und sie sagen auf der Homepage explizit, dass Email eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme ist. Wenn ich mir überlege, dass sich da Menschen hinwenden, die vielleicht gerade in Krisensituationen stecken und dann schon eine Woche auf Antwort warten müssen…. hm.

In den Kommentaren zum letzten Beitrag kam auch noch mal die Frage auf, ob es nicht besser wäre, einen Therapeuten* zu suchen, der sich mit der trans*-Thematik auskennt. Ich bin da selbst sehr hin und hergerissen. Einerseits ist es so, dass mangelndes „Grundwissen“ bei der therapierenden Person zu Konflikten führen kann; dazu, dass die Hilfe suchende Person noch zusätzliche Kraft darauf verwenden muss, zu bilden und zu erklären; dazu, dass die Hilfe suchende Person sich nicht verstanden fühlt.

Siehe Ausstellungsstück A: mein Ex-Therapeut und ich: Danke für nix, Liebes Cistem…, Sticks and Stones.

Demgegenüber stehen zwei Aspekte, die für mich gerade besonders ins Gewicht fallen: die Zahl trans*erfahrender Therapeut*innen ist – im Verhältnis – nicht so sehr groß. Ob es dabei welche gibt, die ein für mich gerade passendes Therapieverfahren anbieten, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Ich kenne natürlich hier im Umkreis einige Namen und war auch schon mal bei einem trans*erfahrenen Therapeuten*, um für mich ein paar Dinge zu klären, bei denen mein letzter Therapeut mir nicht weiterhelfen konnte. Den fand ich sehr sympathisch und hilfreich. Der Haken ist: da wartet man mittlerweile gute 12 Monate auf einen Platz. Bei den anderen Spezialist*innen dürfte sich das ähnlich darstellen. Sobald ein Name in der Community zirkuliert, bekommt diese Person natürlich Zulauf. Gerade, wenn es darum geht, die Transition möglichst ohne noch größere Barrieren und Hürden über die Bühne zu bringen, als im derzeitigen System ohnehin schon angelegt.

Die Gefahr, die bei solchen Spezialist*innen besteht ist, dass sie den Fokus komplett darauf legen, die Transition möglichst schnell und reibungslos zu ermöglichen, dabei aber andere Probleme ausblenden oder halt auf das Thema trans* schieben. Ich habe Freund*innen, die dieses Erfahrung gemacht haben. Für viele, gerade wenn sie eigentlich keine Therapie benötigen, sondern eben nur dorthin gehen, weil sie gezwungen werden, ist das absolut richtig so (siehe auch (M)ein Rant zum Thema “Zwangstherapie”). Ich glaube aber für mich, dass ich von so einer Therapie nicht profitieren würde.

Ich werde mich aber auf jeden Fall auch noch mal umhören – denn es muss ja auch Therapeut*innen geben, die irgendwo zwischen diesen Extremen „keine Erfahrung“ und „Transitionsmanager*in“ stehen. Das wäre für mich vermutlich eine gute Kombi. Wenn es dann auch noch eine männliche Person mit der Möglichkeit, analytische Therapie mit der Kasse abzurechnen wäre, wäre das wahrscheinlich der sprichwörtliche Sechser im Lotto ;).

Ach ja. (Mir) sympathisch wäre auch noch gut.

Wenn es sonst nichts ist…. Ich sollte eine Kontaktanzeige aufgeben.

 

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4 Gedanken zu „Therapieplatzsuche while trans* (2)“

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