Alles auf einmal

Jetzt kommt gerade in alles mögliche in Bewegung und aaaaaah… Hilfe?

Nee, so schlimm ist es nicht, aber ich habe jetzt zwei Erstgespräche bezüglich der Psychotherapie – die eine Ambulanz, die ich angerufen hatte, hat sich gemeldet. Dort habe ich noch diese Woche ein erstes Gespräch und dann nächste Woche bei dem niedergelassenen Therapeuten*, von dem ich schon kurz schrieb. Die zweite Ambulanz hat sich jetzt auch zurück gemeldet und möchte telefonieren. Aber jetzt schaue ich erst einmal, was die beiden Gespräche ergeben.

Außerdem hat meine Krankenkasse auf meine Anfrage bezüglich der Kostenübernahme für den Behandler*innenbericht für den Antrag auf Kostenübernahme der Mastektomie geantwortet (ja, diese absurde Konstrukt wollte ich jetzt mal genau so hinschreiben): eine Person aus der Abteilung „Außervertragliche Leistungen“ (hä?) möchte mir mir telefonieren. Na gut. Ich bin gespannt. Vielleicht birgt es ja die Chance, etwas mehr Klarheit über das Antragsverfahren zu bekommen – und über die Hürden, die da eventuell noch auf mich warten. Meine Rechte kenne ich hoffentlich einigermaßen, sodass ich mir da nichts erzählen lasse.

Runtergezogen hat mich heute der Besuch bei der Praxis, die meine Hormontherapie begleitet. Ich war zum Blutabnehmen da und musste einen Moment warten.

How to ruin my day in three words?

„Frau Tomi, bitte“.

Mir sträubt sich schon alles, wenn ich das hier nur so schreibe. Es wäre glaube ich nicht so schlimm gewesen, wenn es nicht ausgerechnet diese Praxis gewesen wäre – da hatte ich mich nämlich völlig sicher gefühlt, was die richtige Anrede angeht. Ich konnte dort ja direkt bei meinem ersten Besuch meinen männlichen Namen angeben und bin bislang auch konsequent so angesprochen und aufgerufen worden. Dass es heute schiefgelaufen ist, hat mich voll auf dem falschen Fuß erwischt. Und es war für mich jetzt auch noch mal schlimmer, weil die meisten Menschen, die mich nicht kennen, mich mittlerweile als Mann lesen. Dem hat die Person, die mich aufrief dann ein Ende gesetzt.

Ich stand da erst wie versteinert und hab überlegt, ob ich überhaupt reagieren soll. Ich habe mich dann natürlich doch bewegt – sonst hätte die Person es direkt noch mal durch die Praxis gerufen. Natürlich hatte ich das Gefühl, dass die, die um mich rum standen, mich anstarren (ist halt auch eine andrologische/urologische Praxis – Frauen* sieht man da seltener).

Im Gang zum Labor meinte ich zu der Person, dass sie mich bitte als Herr ansprechen soll. Es kam ein beiläufiges „Ach, ja, sorry“ zurück. Ihr war es eher egal. Meine Armbeuge ist jetzt ziemlich blau, weil ich so angespannt war, dass es eh ein Wunder ist, dass sie die Nadel reinbekommen hat :/.

Das erinnert mich daran, dass es nächste Woche wohl Zeit ist, das erste Mal bei Gericht nachzufragen, wie es wohl mit der Eröffnung des Verfahrens für die Personenstandsänderung aussieht. Meine Vorauszahlung der Prozesskosten haben sie ja nun schon seit ein paar Wochen. Bis der richtige Name auf meiner Versichertenkarte steht, wird es wohl noch einige Monate dauern.

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4 Gedanken zu „Alles auf einmal“

  1. Wie ich diese Bürokratenscheiße in Deutschland hasse.
    Und die Oberflächlichkeit und Ignoranz der Menschen.
    Dieses ewige „Furz-egal“; „geht mich nix an…“.
    Das ist bei dir nicht anders, als auch bei mir.
    „Nicht mein Problem…“

    Ich wünsche dir viel Kraft und Ausdauer.
    Wie oft hab ich mich schon gefragt, ob es als Mann wohl einfacher wäre, diesen Idioten einfach mal die Faust ins Gesicht zu setzen…. sorry… kein Aufruf zu Gewalt. Aber man könnte ja schon manchmal gerne….
    Paß gut auf dein Seelchen auf.

    Gefällt 1 Person

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