Täglich grüßt…Krankenkassenkram

Puh, was für ein Tag. Ich bin völlig übernächtigt zur Arbeit heute morgen. Mein Mann hatte irgendwie in der Nacht alle zwei Stunden rumgepoltert, ging ins Bad, zog Schubladen auf und zu, hustete, nieste… ich hab kein Auge zugemacht und stand am Morgen völlig neben mir. Also, noch mehr als sonst.

Um 9 Uhr hatte ich erst Mal einen Termin in der Praxis, die die HRT betreut. Immerhin wurde ich dann (nach 50 Minuten Wartezeit) heute ganz ohne Anrede aufgerufen, besser als mit der falschen, ne?

Die Blutwerte sind alle so wie sie sein sollen. Vom Östrogen ist wohl nicht mehr viel übrig. Soll mir recht sein. Ich habe dann mein Anliegen bezüglich der benötigten Untersuchungen und Befunde für den Mastektomie-Antrag vorgetragen: ich brauche eine „hormonelle und genetische Ausschlussdiagnostik“. Ersteres ist ein Bericht (ratet mal, wer dafür 20€ zahlen musste, weil die Kasse das angeblich nicht übernimmt :)))))?). Zweiteres eine Chromosomenanalyse. Da geht es um den Ausschluss einer Intergeschlechtlichkeit.

Man sollte meinen, dass die Chromosomen der Kasse egal sein könnten, wenn man davon ausgeht, dass ich 1. trans* bin im Sinne von „mich nicht dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig empfinden“ und 2. ich körperliche Merkmale habe (i.e. Brüste), die mich daran hindern, im für mich richtigen Geschlecht unbehelligt zu leben. Aber das wäre ja zu einfach. Ich weiß nicht genau was passiert, wenn mein Chromosomensatz von der „XX“ Variante abweicht, aber da denkt die Kasse sich sicherlich noch mal was schönes für mich aus. Seufz.

Die Kasse fordert außerdem einen „Genitalstatus“ – zu erfüllen über einen Ultraschall des Unterleibs sowie einer „Sichtkontrolle“. Haha. Ich habe dankend abgelehnt, als der Endokrinologe das angeboten hat. Den Befund hole ich mir von meiner „Frauen“ärztin. Ich bin aufgrund einiger Probleme und einer OP oft genug dort gewesen, sodass sie aus meiner Patientenakte wohl so einen Befund zaubern kann. Mal schauen, was das wieder kostet.

Auf der Arbeit habe ich nur ein paar Stunden durchgehalten, dann bin ich nach Hause weil es keinen Sinn mehr machte weiter auf den Bildschirm zu starren. Habe mich natürlich nicht krank gemeldet, sondern für den Tag „Überstunden abgebaut“. Ich war ja schließlich „nur“ matschig in Kopf und Magen und unkonzentriert (Achtung, Ironie).

Um den Tag abzurunden kam nachmittags eine Antwort von meiner Krankenkasse, die mir nicht im geringsten weiterhilft. Das muss ich morgen dann doch noch mal per Telefon klären – es hakt nämlich immer noch daran, dass mein Ex-Therapeut kein Vetragstherapeut ist. Also: sie schreiben mir „Natürlich übernehmen wir die Kosten für den Befundbericht, aber wir übernehmen keine außervertraglichen Leistungen“. Tja. Da meine Therapie eine außervertragliche – aber von der Kasse genehmigte und finanzierte – Leistung war, hilft mir das exakt nullkommanull weiter. Ich hab das zugegebenermaßen teils selber verbockt, weil ich das in der ersten Anfrage nicht explizit geschrieben hatte (ich war erstens davon ausgegangen, dass die alles nötige in meinen Unterlagen sehen können und – offensichtlich etwas sehr unbedarft – dass es zweitens nicht so einen grundsätzlichen Unterschied machen kann, wenn sie die Therapie doch genehmigt haben).

Ich wiederhole mich, aber: haha.

Ich geh jetzt mit Wärmflasche ins Bett und hoffe, dass Magen und Kopf sich morgen wieder etwas beruhigt haben.

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