Anxiety

Es kommt mir gerade irgendwie unpassend und ein bisschen unwirklich vor hier über „meinen Kram“ zu schreiben, angesichts dessen was in Berlin passiert ist (und angesichts dessen, wie dieses Ereignis nun instrumentalisiert wird von den rechten Hetzer*innen). Aber dieser „Kram“ muss irgendwo hin und raus aus meinem Kopf, damit überhaupt Kapazitäten frei werden dafür, das andere zu ver-/bearbeiten. Und deswegen schreibe ich nun trotzdem…

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Heute war die dritte Stunde beim potenziellen neuen Therapeuten. Er hat mir etwas mehr über die Gruppentherapie erzählt. Nun ich bin hin- und hergerissen und merke gerade leider auch, dass mich die gesamte Situation ängstlich macht – auch, weil ich im Moment gar nicht weiß, wie ich egal-welches Therapieszenario mit meiner Arbeit verbinden soll. Ich finde das sehr erdrückend, weil ich mich frage, welche Optionen ich überhaupt noch habe. Das sind „Angstgedanken“ von denen ich weiß, dass sie keine realistischen Szenarien malen und dass es ganz sicher eine Lösung geben wird, aber die Gedanken lähmen mich trotzdem. So Kaninchen-vor-der-Schlange-mäßig.

Das Problem mit der Psychoanalyse ist, dass sie eher hochfrequent durchgeführt wird (und ja, ich bin immer noch bei der Psychoanalyse und nicht der Verhaltenstherapie und ja das ist vielleicht die Antwort auf die Frage nach den Optionen ;-)). In der Einzeltherapie sind es mindestens zwei Sitzungen pro Woche. Mindestens… das hat der Therapeut heute noch betont. Und schon der Gedanke, für zwei Sitzungen pro Woche meinen Kalender freischaufen zu müssen, macht mir Angst. Es wird nicht so sein, dass die Sitzungen grundsätzlich am späten Nachmittag sein können. Und bei der Gruppe? Da ist es so, dass es einen Termin pro Woche gibt, der dann aber länger ist, als eine Einzelsitzung. Und den Termin sollte man, wenn man nicht gerade den Kopf unter dem Arm trägt, wahrnehmen. Das Problem ist, dass ich dienstlich doch relativ viel reise. D.h. wenn es schlecht läuft, verpasse ich ziemlich viele Sitzungen. Und nicht nur muss man die Termine die ausfallen bezahlen, es funktioniert halt auch einfach nicht wenn man nur die Hälfte der Sitzungen dabei ist. Das stresst mich gerade total.

Und dann sind da natürlich noch die „inhaltlichen“ Sorgen, die ich in Bezug auf die Gruppentherapie habe. Darüber habe ich heute mit dem Therapeuten ein bisschen reden können und er hat auch noch mal mehr darüber erzählt, was die Stärken dieser Art von Therapie sind. Ich glaube tatsächlich dass die Widerstände die ich dagegen spüre möglicherweise schon ein Hinweis darauf sind, dass da Themen berührt werden die es sich lohnt anzugehen. Eine Sache bei der ich hellhörig geworden bin ist, dass der Therapeut meinte dass die Gruppe halt die Chance gibt viele verschiedene „Bindungserfahrungen“ zu machen. Und ja, das ist ein großes Thema bei mir. Eins, bei dem ich von einer sochen Erfahrung möglicherweise wirklich profitieren könnte. Denn ich gehe zwar Bindungen mit anderen Menschen ein, aber ich traue mich nicht, meinen Bedürfnissen und Wünschen dort Raum zu geben. Weil ich immer Angst habe, dass Menschen sich von mir abwenden wenn ich zu traurig, zu verzweifelt, zu schwierig bin. Dass sie verstummen. Und an dem Punkt könnte so eine Erfahrung in der Gruppe tatsächlich hilfreich sein.

Aber die Hürde mich drauf einzulassen ist so hoch :/.

Ansonsten bin ich weder in Sachen Mastektomieantrag (ratet, wer heute mal wieder mit der Krankenkasse telefoniert hat?) noch in Sachen Personenstandsänderung weiter. Ich glaube nicht, dass die offizielle Bestellung der Gutachter*innen noch vor Weihnachten erfolgt und ich hab keine Ruhe gehabt, beim Gericht anzurufen um nachzufragen. Vielleicht morgen. Aber allein schon die Vorstellung, dass die mich konsequent als „Frau Tomi“ ansprechen werden, hält mich davon ab (tun sie wohl, auch wenn man sie um eine andere Anrede bittet).

Ach ja. Krankenkasse. Von der Person, mit der ich da immer Kontakt habe, hörte ich heute: „So einen Fall hatte ich noch nicht“.

Tja. Dann wurde es wohl mal Zeit.

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3 Gedanken zu „Anxiety“

  1. Schwierige Entscheidung, was die Therapieform angeht, würde ich sagen. Vielleicht hilft doch das Bauchgefühl letztendlich und sagt dir, was am besten passt.
    Die ‚liebe‘ Bürokratie ist so entsetzlich unflexibel und starr, dass es manchmal zum Verzweifeln oder Ausrasten ist. Ich drücke dir weiterhin die Daumen für den K(r)ampf mit der KK. Soll die Person sich doch bitte schlau machen… irgendwann ist immer das erste Mal!

    Gefällt 1 Person

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