Transitionsmanagementerfolgs-Meldung

Heute hatte ich den nächsten Termin bei dem Psychiater*, der mir einen kurzen Bericht (Diagnose, Differentialdiagnostik) für den Mastektomie-Antrag schreiben soll. Ihr erinnert euch. Diese Begenung war irgendwie weniger merkwürdig als die letzte. Obwohl der Einstieg in den Termin etwas stressig war: ich war pünktlich, aber der vorherige Termin lief noch. Und die Tür zum Sprechzimmer bewirkte exakt null Schalldämpfung /o\. Ich hasse sowas – ich will nicht hören, was da hinter der Tür gesprochen wird. Also konzentrierte ich mich sehr auf mein Handy und sang innerlich sehr laut vor mich hin. Hat ganz gut funktioniert, aber ich wäre am liebsten so lange zurück in den Hausflur gegangen.

LALALALALALALALAAAAA.

Der Termin selbst war dann ruckzuck vorbei und ich bekomme das „Attest“ zugeschickt. Keine weiteren Termine – hurra! Wir haben kurz über die Mastektomie und weitere Operationen gesprochen (vor allem: Phalloplastik => Bildung eines sogenannten „Neo-Penis“ aus eigener Haut; Hysterektomie => Entfernung der Gebärmutter; Ovarektomie => Entfernung der Eierstöcke).

Diese ganzen OPs stehen momentan nicht weit oben auf meiner Prioritätenliste. Insbesondere die „Phalloplastik“ ist mir persönlich derzeit ein viel zu krasser Eingriff für die bestenfalls zu erreichenden Ergebnisse. Umso mehr, als diese Operation (oder vielmehr: die Operationen, mit einer kommt man nicht hin) ein ziemlich hohes Potenzial für Komplikationen hat. Und da ich ohnehin ziemlichen Respekt (ja, okay, ANGST) vor Vollnarkosen habe, lasse ich das erstmal.

Darüber haben wir also gesprochen und es war sehr angenehm, dass der Psychiater gut darüber informiert war, mir die OP weder ein- noch ausreden wollte und mir dabei halt die ganze Zeit zwar „Themen-/Gesprächsangebote“ machte, aber ohne dass ich gezwungen war über ein bestimmtes Thema zu sprechen.

Da ich das auch noch auf meiner Liste hatte, habe ich ihn auf das Thema Antidepressiva angesprochen. Ich habe zwar gerade wieder etwas mehr den Eindruck, dass es ohne geht (vielleicht der Plazebo- oder tatsächliche Effekt von Vitamin D + Tageslichtlampe) – aber es wäre ja trotzdem für den Fall der Fälle gut, wenn ich für die Zukunft eine Anlaufstelle hätte. Er hat eine eher kritische/differenzierte Meinung zu Antidepressiva, was mir sehr entgegen kommt – aber ich kann mich diesbezüglich an ihn wenden, wenn ich den Bedarf sehe. Sieht also so aus, als hätte ich eine okaye, transerfahrene Psychiatriepraxis gefunden. Yay!

Am Wochenende habe ich den Antrag für die Krankenkasse schon so weit fertig gemacht – jetzt warte ich also noch auf eins der Gutachten von der Personenstandsänderung und das Schreiben vom Psychiater und dann geht das Ding in die Post.

Ebenfalls in der Post hatte ich heute die Eingangsbestätigung für den Psychotherapie-Antrag, datiert von letzter Woche. Innerhalb der nächsten vier Wochen muss also eine Entscheidung über den Antrag erfolgen. Ich hoffe, ich muss keinen Widerspruch einlegen – das würde den Zeitplan bezüglich des Beginns der Gruppentherapie ziemlich ins Wanken bringen.

Was gibt es sonst noch?

Ich werde (wie schon mal angedeutet) in einer Ringvorlesung einen Vortrag zum Thema trans* halten und freue mich da sehr drauf!

Angeregt durch den Monsterherzblog habe ich mir vorgenommen, mal wieder regelmäßig progressive Muskelentspannung zu üben. Jetzt bin ich noch auf der Suche nach einem für mich angenehmen Audiotrack für die Anleitung. Gar nicht so einfach… Es soll am besten keine Musik dabei sein, es soll eine tiefe Stimme sein und es soll auch noch angenehm gesprochen sein. Von der TK gibt es z.B. einen kostenlosen Download, aber für ich klingt das wie eine Computerstimme – irgendwie nicht meins. Dann habe ich jemanden mit einer für meine Ohren tollen Stimme und Intonation gefunden, aber die Person ist auch NLP-Trainer und den Rest der Webseite fand ich etwas gruselig. Damit kann ich auch nicht entspannen :D. Naja, ein paar Sachen habe ich gefunden und probiere sie jetzt nach und nach durch.

Mein „12 Monate auf Testo“-Datum rückt näher… im April ist das erste Jahr schon rum. Say whaaaaaaaa?

ICH HAB IMMER NOCH KEINEN BARTWUCHS UND ICH PRANGERE DAS AN!

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7 Gedanken zu „Transitionsmanagementerfolgs-Meldung“

      1. Wer weis, vielleicht fällt dir das mit der Stimme auch weniger auf weil du dich ja jeden Tag selber hörst. Aber von der letzten Hörprobe her finde ich das sie einen sehr angenehmen tiefen Klang hat :)
        Dann bin ich mal gespannt auf die Jubiläumsaufnahme!

        Gefällt 1 Person

  1. Hey, es geht voran, jedenfalls was den Antrag und den Psychiater* angeht. Meine Daumen sind gedrückt, dass alles Kommende möglichst reibungslos vonstatten geht, und ein Jahr Testo ist auf jeden Fall ein Grund zum Feiern.

    Gefällt 1 Person

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