Grenzen

Gestern war ein völlig ruinöser Tag, der mir ziemlich viel Kraft geraubt hat. Ich wünsche mir sehr ich würde endlich mal lernen Grenzen zu ziehen. Die Klappe aufzumachen, anstatt in Schockstarre zu verfallen. Ich hatte gestern einen Angsttermin mit meinem Mann. Wir waren beim Notar*, um zu klären, wie die „Vermögenssituation“ im Fall der Trennung geregelt werden kann. Angst hatte ich nicht wegen des Termins an sich, sondern weil ich mir vorstellte, wie mein Mann da sitzt und von „meiner Frau“ spricht und mich damit meint. Und wie er weibliche Pronomen für mich benutzt. Schon der Gedanke an diese Situation hat gereicht, mich erstarren zu lassen. Mir tut das buchstäblich körperlich weh… alles zieht sich zusammen. Ich empfinde dieses wissentlich falsch gendern als eine Form von psychischer Gewalt und ich schaffe es nicht, mich dagegen zu wehren.

Leider wurde es genauso schlimm, wie ich befürchtet hatte. Es war mir nacher gar nicht mehr möglich überhaupt aufzunehmen, was der Notar gesagt hat. Ich hab nur versucht, irgendwie durch diese Situation zu kommen. Hinterher bin ich völlig abgestürzt. Und auch in dieser Situation hat mein Mann meine Grenzen noch mehrfach missachtet, indem er einfach in mein Zimmer gekommen ist, in das ich  mich zurückgezogen hatte. Und das Schlimme ist, er merkt noch nicht mal, dass es ein Problem gibt. Er hat sich nicht ein bisschen damit auseinandergesetzt. Ich hab  eine solche Wut und ich bin so verzweifelt, weil ich nicht hinbekomme ihm deutlich zu machen, dass er damit aufhören muss.

Überhaupt hat das Gespräch beim Notar völlig absurde Dinge zutage gefördert. Z.B. dass mein Mann sich offensichtlich nicht scheiden lassen will. Wahrscheinlich denkt er, dass er mir damit einen Gefallen tut – weil es für mich eine größere finanzielle Absicherung für die Zukunft ist. Ich wünschte er würde verstehen, dass mir diese Art von „Fürsorge“ gestohlen bleiben kann. Ich will, dass er mich als Person anerkennt und mir den Respekt entgegen bringt, den ich verdient habe. Ohne das ist nichts von dem, was der da versucht irgendetwas wert.

Und weil der Tag noch nicht „schön“ genug war, habe ich erfahren, dass die eine begutachtende Person mein Personenstandsänderungsgutachten „hofft“ bis Ende April fertigzustellen. Das sind also noch  mal mindestens vier Wochen. Von der anderen Person habe ich gar nichts gehört auf meine Nachfrage. Es gab noch ein anderes Ereignis, das mich ziemlich fertig gemacht hat und insgesamt war der Tag gestern so richtig für die Tonne.

Aber hurra, morgen komme ich so spät nach Hause dass ich meinen Mann nicht sehen muss und Freitag hab ich frei.

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3 Gedanken zu „Grenzen“

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