happysad

Diese Woche gab es mal wieder einen Tag, vor dem ich mich sehr gefürchtet habe… Geb****tag. Ich mochte diesen Tag nie (ich glaube, das schrieb ich letztes Jahr auch ;)) und mit Trennung und Transition und so weiter und so fort ist es noch komplizierter geworden mit den Gefühlen zu diesem Tag.  Letztes Jahr habe ich ihn noch mit meinem Mann verbracht und es war schrecklich. Dieses Jahr hatte ich zumindest so geplant, dass ich nicht zu Hause sein würde (sprich: ich bin arbeiten gegangen) und abends etwas mit Freund*innen und meinem Geschwister unternehme. Das konnte die Traurigkeit ganz gut im Zaum halten. Der Morgen war schlimm, weil mein Mann mir ein Geschenk hingelegt hatte und früher aufgestanden ist, um mir zu gratulieren. Ich wollte beides nicht. Ich halte diesen Widerspruch zwischen „ich will dir etwas Gutes tun“ und „ich ignoriere trotzdem deine grundlegenden Bedürfnisse“ im Verhalten meines Mannes nicht aus. Dass er mir etwas schenkt und versucht „nett“ zu sein trotz allem verstärkt mein Gefühl, nicht das Recht zu haben für mein Bedürfnis einzustehen, mit dem richtigen Namen und mit den richtigen Pronomen angesprochen zu werden. Mein Mann versteht das nicht. Er sieht mich, wie ich auf den Boden starre und ihn nicht ansehen kann.

Als ich dann mit meinem Kaffee in der Bahn saß, bin ich über alle meine Schatten gesprungen und habe ihm eine Mail geschrieben und erklärt, was seine Weigerung mich korrekt anzusprechen mit mir macht. Geantwortet hat er darauf natürlich nicht. Stattdessen hab ich mich den ganzen Tag mit Schuldgefühlen gequält. Ich verfluche es, dass ich genau jetzt keinen Zugang zu einer therapeutischen Unterstützung habe. Zwar hilft es mir sehr, das meine digitale und analoge „Bubble“ mir zuhört und mich unterstützt – aber dieses Schuldding sitzt so tief in mir drin und ich muss das weiter in einem therapeutischen Kontext bearbeiten. Ich werde es sonst nicht los.

Aber alles in allem habe ich den Tag ganz gut überstanden. Auf der Arbeit bekam ich Konfetti :D. Abends hatte ich Karten für eine Tanzperformance in der ein Schauspieler aus „meinem“ Theaterstück mitspielte. Das Wetter war gut und ich saß mit Freund*innen und Geschwister vorher noch draußen in der lauen Luft und das war sehr schön. Die Performance war richtig toll. Das Thema war „Alter(n)“ und wie es sich auf Bühnenarbeit/Tanz/Performance auswirkt. Was bedeutet es, als junge oder als alternde Person auf der Bühne zu stehen? Ich bin immer noch ganz geflasht, weil ich es so toll fand!

Und dann ging der Tag mit Quatschen und durch immer noch laue Luft zum Bahnhof laufen zu Ende. Ich bin froh, dass der Tag vorbei ist und dankbar, dass er viele schöne Momente hatte!

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4 Gedanken zu „happysad“

  1. Da schließe ich mich an. Mit guten Wünschen, Gesundheit und viel Kraft, damit dein nächster Geburtstag fröhlich sein darf.
    Wenn ich lese von deinem „Schuld-Ding“, dann sehe ich hierin die Falle vieler Ehen und Beziehungen.
    Dass Liebe nicht als ein Geschenk an den anderen wahrgenommen/gelebt wird; erwartungsfrei; gebend; wohlwollend – sondern stattdessen im Partner das „Gegenstück“ sieht, von welchem man erhofft, wünscht oder gar erwartet, dass es all jene fehlenden Teile auffüllt, welche man selbst nicht besitzt.
    Jetzt nicht von deiner Seite aus, aber in jedem Fall von seiner.
    Und nun, da Du nicht mehr das „fehlende Teil Frau“ abdeckst, wird zumindest fest gehalten an all den anderen Teilen, die Du bei ihm füllst. Und der Illusion, die er braucht.
    Und mit seinem Versuch „deine fehlenden Teile“ zu stopfen – notfalls auch dir aufzwingend – entsteht der „Zurück-Zwang“; seine Erwartung an dich, nun gefälligst auch seine Wünsche; seine fehlenden Teile auszufüllen.
    Du fühlst das und gerätst in Unwohlsein. Weil Du diese Erwartungen weder erfüllen kannst, noch willst. Und auch von ihm nicht mehr deine leeren Stellen ausgefüllt haben möchtest.
    Ich hoffe, mein ungefragter Außenblick ist nicht aufdringlich.
    Aber so kann ansich nur Leid entstehen. Und es ist ganz gewiss nicht deine Schuld.

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