Enthüllungen (Mastek, die 2.)

Content note: Operation, Krankenhaus, Medikamente, Blut (nur Erwähnung), Essen.
Ich schreibe ein wenig über die Schnitte und wie mein Oberkörper nun aussieht. Den „bildhaftesten“ Teil markiere ich mit ******. 

Teil 1 gibt es hier.

Am Operationstag stiefelte ich mit meinem Rollköfferchen durch den Nieselregen zum Krankenhaus und kam so gegen 8:45 auf die Station. Weil ich erst als vierter auf der OP-Liste stand, durfte ich dort warten und bekam schon ein Bett. Auf dem Zimmer lag schon eine Person, die die gleiche OP schon hinter sich hatte. OP-Hemdchen an, Hörbuch auf die Ohren und dann hieß es warten. Und noch drölfzig Mal auf Toilette gehen vor lauter Nervosität natürlich. Um 14 Uhr ging es dann in die Narkosevorbereitung, da lag ich auch noch mal ungefähr 20-30 Minuten rum und dann haben sie mich schlafen geschickt.

An den Aufwachraum und die Aufwachphase habe ich null Erinnerung. Leute haben mit mir geredet, ich hab versucht was zu antworten, aber es kam nur unzusammenhängendes Zeug raus glaube ich. Ich war wohl so gegen 17 Uhr wieder auf dem Zimmer, aber ich hab an den ersten Abend insgesamt keine richtige Erinnerung mehr. Nur Matsch im Kopf. Irgendwann hatte ich es glaube ich geschafft, mir mein T-Shirt und Boxer Shorts anzuziehen. Um den Oberkörper war eine verdammt enge „Bauchbinde“ gewickelt zur Kompression… tief Durchatmen war nicht drin. Aber: keine nennenswerten Schmerzen, keine Übelkeit. Das vorherrschende Gefühl war eher „Unbehagen“, das war aber ganz gut aushaltbar.

Am nächsten morgen rauschte um 8 die Visite ins Zimmer. Die Bauchbinde (die übrigens standardmäßig vom OP-Team mit einem handgemalten Totenkopf und den Worten „Nicht öffnen“ versehen wird ;-)) wurde das erste Mal geöffnet. Luuuuuuuft! „Wollen Sie schauen?“ – „Ich trau mich glaube ich nicht“ – „Doch, gucken Sie mal“. Also habe ich mich getraut und an mir runtergeguckt. Ich hab keine Schock gekriegt, uff ;-). Ich habe teilweile ziemlich abschreckende Bilder gesehen von frisch operierten Personen und hatte erwartet, dass ich ziemlich schlimm aussehen würde. Da bin ich echt positiv überrascht worden. Klar, geschwollen und an den Schnitten gab es etwas getrocknetes Blut. Aber alles nicht halb so schlimm wie befürchtet.

*********Da bei mir sogenannte „große Schnitte“ gemacht wurden, habe ich unterhalb jeder Brust einen langen Schnitt (weiß noch nicht genau, wie lang sie sind… 12-15cm vielleicht?). Die sind momentan noch mit einer (durchsichtigen) Folie bedeckt. Die Brustwarzen mussten versetzt (also: frei transplantiert) werden und waren noch unter einem Druckverband versteckt. Auf jeder Seite gab es eine Drainage, Schlauch mit Flasche, damit Wundflüssigkeit ablaufen konnte. **********

Und schon war die Bauchbinde wieder zu und gefühlt noch enger als vorher. Aaaaah! Auf mein Bitten haben sie sie zum Glück ein klitzekleines bisschen lockerer gemacht. An dem Tag ging es mir dann eigentlich schon ziemlich gut – ich habe die Narkose zum Glück doch besser weggesteckt, als befürchtet. Vielleicht haben die Antihistaminika, die mit dem Narkosemittel gegeben wurden, wirklich etwas geholfen. Ich war mobil (auch wenn die Drainageflaschen ziemlich genervt haben) und Schmerzen hatte ich auch kaum. Es wurden natürlich Schmerzmittel gegeben, aber das schmerzstillende Medikament das ich bei größeren Schmerzen noch zusätzlich hätte nehmen können, brauchte ich gar nicht. Am Vormittag kam noch mein Mann vorbei(!) und brachte mir Bananen. (Da war schon klar, dass es mit der Essensversorgung eher nicht so problemlos klappen würde und die Bananen haben mich echt gerettet).

Bei mir kamen dann am Mittwoch die Drainagen schon raus und ich wurde entsprechend die Bauchbinde los – ich durfte sie gegen eine Kompressionsweste eintauschen. Die sollte ich jetzt die nächsten 6 Wochen noch tragen. Sie soll dazu dienen, das Lymphflüssigkeit abtransportiert wird und insgesamt soll sie helfen, das keine Dellen oder Unebenheiten beim Abheilen des Gewebes entstehen, Dazu gibt es bei den verschiedenen Operateur*innen unterschiedliche Philosophien – einige Kliniken schwören darauf, andere halten sie für nicht notwendig. Ich mache das jetzt so, wie „meine“ Klinik das vorsieht und trage das Ding. Es ist im Vergleich zu den Bindern, die ich ja vorher getragen habe, zumindest nicht schlimmer. Wenn es ein paar Grad weniger wären, wäre es vielleicht sogar ganz angenehm zu tragen. Naja. Ihr könnt trotzdem wetten, dass ich ab nächster Woche anfange darüber zu meckern, wie sehr mich die Weste nervt ;-).

Zwei Tage habe ich dann im Krankenhaus noch ausgeharrt. Zum Glück hatte ich meine Hörbücher und andere Unterhaltungsmedien dabei. Zweimal bekam ich auch Besuch, aber die meiste Zeit habe ich auf dem Zimmer rumgehangen. Ich war aber auch so übermüdet, dass ich nicht viel Energie für anderes hatte, war also okay.

Heute, Samstag, war dann noch mal ein großer Enthüllungsmoment, weil die Druckverbände von den Brustwarzen abgenommen wurden. Das war aus mehreren Gründen spannend – unter anderem, weil es ein Risiko dafür gibt, dass sie nicht anwachsen. Mit diesem Szenario hatte ich mich schon arrangiert – allerdings habe ich jetzt gesehen wie es aussieht und fänd‘ es schon sehr schade, wenn da noch was schiefgehen würde. Ich hoffe sehr, dass alles gut heilt – ich glaube, ich werde meinen neuen Oberkörper mögen, wenn er mal nicht mehr so grünblau und orange und etwas verschwollen aussieht.

Mittags haben meine Eltern mich dann aus der Klinik abgeholt. Ich habe geduscht, Wäsche gemacht und vor allem endlich mal wieder was richtiges gegessen. Jetzt fühle ich mich schon um einiges wohler. Mal schauen, wie es später mit dem Schlafen klappt.

Naja… „später“ ;-). Gerade erscheint mir 19:30 als eine total super Zeit, um ins Bett zu gehen :D.

Zum Krankenhaus schreibe ich die Tage auch noch was, aber nicht mehr heute.

*gähnend ab*

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10 Gedanken zu „Enthüllungen (Mastek, die 2.)“

  1. Das freut mich für dich.
    Es klingt, als sei insgesamt alles viel besser gelaufen als befürchtet. Und augenscheinlich fühlst Du dich gut in Anbetracht der letzten Tage.
    Dann schlaf mal gut und schöpfe ein bißchen Kraft 🙂
    Ich denk an dich, damit alles so gut weiter läuft.
    Liebe Grüße, Luise

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  2. Das liest sich alles recht gut (bis auf die Essenssituation – ärgerlich). Aber freut mich, dass soweit alles gut gelaufen ist :)
    Vielleicht kannst du dir zum Schlafen mit Kissen/Decken was in den Rücken bauen, dass du quasi etwas weniger auf dem Rücken und dafür mehr auf der Seite liegst – vielleicht bringt dir das ja was.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke – ja, es ist wirklich im großen und ganzen gut gelaufen bis jetzt.
      Die letzte Nacht war eigentlich ganz okay auf dem Rücken. Aber ich habe eh ein Seitenschläferkissen, d.h. ich kann wirklich mal probieren, ob ich nicht noch eine andere Schlafposition finde. An den Seiten tut es allerdings noch an den Stellen ziemlich weh, wo die Drainagen saßen.

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