Still here!

Bin noch hier. Aber es gibt so viel zu tun, dass ich es gerade mit dem bloggen nicht so hinbekomme. Dabei gäbe es einiges, worüber ich schreiben könnte und gerne würde. Trauer und Wut. Mich einsam fühlen. Musik die mir nicht gut tut. Fotos. Mastekheilungsupdate. Aber mit fehlt die Ruhe gerade.

Ich bin im vollen Umzugsvorbereitungsmodus. 12 Tage sind es noch und es gibt noch so viel zu organisieren und zu tun. Meine Bücher habe ich zu 99% gepackt. Den Schrank im Arbeitszimmer habe ich ausgemistet und den Rest eingepackt. Kleiderschrank ausgemistet. Zwei große Müllsäcke Klamotten kommen in die Tonne und einen großen Koffer mit noch guten Sachen habe ich schon zum fairstore gebracht. Kommode im Schlafzimmer ausgemistet. Ablage gemacht, damit ich nicht mit losen Zetteln umziehen muss. Jetzt muss ich mich  noch um den Keller kümmern, das wird noch mal ein ziemlicher Akt. Da warten neben viel Kram, u.a. auch unsere CDs und DVDs, die ich jetzt wieder auseinanderwurschteln darf. Und dann muss ich noch die digitalen Daten von unserer NAS laden und umziehen.

Eine Woche werde ich ohne Küche auskommen müssen, aber das ist ja ein überschaubarer Zeitraum. Die Waschmaschine kam gestern. Der Kühlschrank hoffentlich nächste Woche. Die meisten Möbel kommen erst nach und nach im Oktober bis November. Naja, Bett und Tisch hab ich ;-).

Seit mein Mann aus dem Urlaub zurück ist, schlafe ich total schlecht und bin entsprechend gerädert. Wenn ich schlafe, träume ich viel über Trennungskram. Heute Nacht wollte mein Mann mir die ganze Zeit zeigen, wie schön er sich Haus und Garten hergerichtet hat und ich war einfach nur traurig und wütend, weil ich mein zu Hause verliere und er es sich nett macht. Naja, da muss man nicht viel ruminterpretieren, ne?

Ab nächster Woche habe ich Urlaub… da kann ich halbwegs in Ruhe den Umzug fertig vorbereiten. Ach ja – und das Internet soll nächste Woche geschaltet werden. Ich hoffe sehr, dass das klappt. Dass ich da erstmal ziemlich ohne Möbel sitze ist das eine – aber ohne Internet wäre wirklich sehr schlimm o__O.

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Wie gewonnen…?

Ich bin glaube ich gerade ein bisschen zu müde um viel zu schreiben, aber ich weiß nicht wohin mit meinen Sorgen und Ängsten und deswegen lasse ich sie nun doch kurz hier.

Es sieht so aus, dass die Finanzierung für die Wohnung die ich in Aussicht habe (hatte?) nicht klappen wird, weil die Bank meines Mannes mich nicht rechtzeitig aus dem alten Kredit rauslässt und weil ich keine Garantie habe dass sie das überhaupt tun werden. Ich bin so wütend. Denn diesen Umstand hätten sie uns vor mehreren Wochen schon mitteilen können, da hat mein Mann nämlich den entsprechenden Antrag eingereicht. Es kann sein, dass mich das die Wohnung kostet, denn die Person der sie gehört hat auf einen frühen Termin im Notariat gedrängt. Wenn es weitere Interessent*innen gibt kann es sein dass ich raus bin. Das macht mir gerade eine solche Angst, ich weiß  nicht wie ich damit umgehen soll. Die Vorstellung wieder bei Null zu stehen, nach einem dreiviertel Jahr… nachdem ich dachte meine Traumwohnung gefunden zu haben. Ich glaube gerade nicht dass ich damit umgehen kann.

Seit vorgestern weiß ich dass es vielleicht nicht klappt. Es gab Unmengen von Emails und Telefonaten und irgendwie wird alles immer nur schlimmer anstatt besser.

Jetzt versuche ich es mit Decke über den Kopf ziehen und hoffentlich wenigstens ein paar Stunden schlafen…

 

Lose Enden

Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: ich bin so müde. Nach dem anstrengenden Gutachter*innentermin letzte Woche bin ich immer noch völlig fertig, obwohl ich drei Tage frei hatte.

Naja, „frei“. Die Wohnungssuche läuft natürlich weiter. Freitag habe ich mir ein Haus angeguckt. Fiel völlig übermüdet aus dem Bett, nur um dann festzustellen, dass das Angebot im Suchportal schon wieder deaktiviert war. Krise bekommen. Dann die Maklerin* erreicht, die mir dann sagte dass sie das Angebot nur wegen der großen Nachfrage erst Mal wieder rausgenommen hatte. Puh. Meine Nerven liegen echt blank. Das Haus müsste von oben bis unten renoviert werden und liegt für mich leider zu verkehrsungünstig. Der Weg zur Arbeit würde zu umständlich.

Samstag dann eine Mietwohnung angeschaut. Die Lage passte, alles andere auch so halbwegs – außer: die Wohnung ist eigentlich viel zu groß. Ich kann sie mir leisten, aber ich hätte ein Zimmer und bestimmt 30qm mehr als ich eigentlich bräuchte. Da könnte halt auch eine Familie gut wohnen und die haben es noch viel schwerer als ich gerade bezahlbaren Wohnraum hier in der Gegend zu finden. Nichtsdestotrotz habe ich dem Vermieter* (der bei der Besichtigung nicht dabei war) nun meinen Selbstauskunftsbogen geschickt. Und direkt noch eine E-Mail hintendran umzu erklären, dass eine möglicherweise erwünschte Schufa-Auskunft auf meinen alten Namen lauten würde. Es kam eine absolut nette Mail zurück, da droht mir also offenbar kein Stress.

Mittlerweile hatte ich dann mit meinem Mann über das Haus vom Freitag gesprochen. Er wollte es sich angucken und es eventuell kaufen. Dann würde ich hier im Haus bleiben. Gerade haben wir es zusammen noch mal angeschaut und er überlegt nun und redet eventuell mit der Bank. Allerdings wird es frühestens Mitte März eine Entscheidung der Verkäufer*innen geben und bis dahin müsste ich mich wegen der Mietwohnung entschieden haben, wenn ich sie denn überhaupt bekäme.

Diese ganzen loose ends machen mich total fertig. Ich komm damit echt nicht klar. Und das schlimme ist, dass mir auf der Arbeit gerade alles über den Kopf wächst. Wir sind im Moment unterbesetzt und bei mir stapelt sich alles und ich schaffe mein normales Pensum ohnehin kaum mehr, weil ich mich nicht konzentrieren kann, die ganze Zeit nur müde und erschöpft bin. Ich wünsche mir so, endlich mal zur Ruhe kommen zu können und auch wenn es absehbar ist, dass sich im Verlauf des Jahres ein paar Dinge klären werden ist das halt noch ein verdammt langer Zeitraum dafür, dass ich jeden Tag damit kämpfe überhaupt aufzustehen und zur Arbeit zu taumeln.

Ich hätte gerne Urlaub. Vor der Arbeit. Vor meinem Mann. Vor dem Cistem. Und vor mir selbst.

Tomi vs the Cistem, Teil 2

Gestern war der zweite Begutachtungstermin und dafür, dass ich wirklich, wirklich nicht besonders nervös war ist vorher ganz schön viel schiefgelaufen.

Dass ich zu früh aufwache, kenne ich ja mittlerweile schon. Um halb fünf, fünf ist meine Nacht meistens vorbei und ich wälze mich nur noch hin und her, bin aber zu müde aufzustehen. Naja. Gestern war ich dann gegen viertel vor vier wach. Ich glaube, es hatte weniger mit Anspannung wegen der Begutachtung, sondern mit Anspannung wegen der Wohnungssuche zu tun. Irgendwann gegen halb fünf hab ich den Computer angemacht und mich mit Emails etc. abgelenkt. Um fünf stand ich dann senkrecht im Bett, weil im Wohnzimmer die Musikanlage plötzlich von alleine anging (ja, das macht sie manchmal) und in voller verdammter Lautstärker ein hochdeprimierendes Stück von Bowie spielte. Um halb sieben bin ich dann völlig neben der Spur aufgestanden und habe versucht unter der Dusche wach zu werden. Und mit Kaffee. Das gelang nur teilweise, weil ich den vollen Thermobecher (400ml) in der Küche beim Deckel draufschrauben einmal komplett über mich und mein Begutachtungsoutfit geschüttet hab. Kaffee bis auf die Unterwäsche. Was hab ich geflucht. So laut, dass mein Mann aufstand und die Sauerei in der Küche weggemacht hat während ich mich umgezogen habe (ja, ich bin ihm ein bisschen dankbar dafür ;)).

Weil ich am Bahnhof noch Zeit hatte, hab ich dort noch einen doppelten Espresso getrunken und bin dann ziemlich über-kaffeiniert aber ohne Frühstück in der Praxis aufgeschlagen. Beste Voraussetzungen :D.

Diese Begegnung war komplettes Kontrastprogramm zum letzten Termin, in wirklich jeder Hinsicht. Um es vorwegzunehmen, es ist alles sehr gut gelaufen und ich werde den eigentlich angekündigten zweiten Termin nicht wahrnehmen müssen. Aber ich habe doch gemischte Gefühle zu dem Gespräch. Einiges hat mich „angetickt“ und war mir unangenehm. Aber der Reihe nach.

Begrüßt wurde ich sehr freundlich und mit einem lockeren Spruch sowie der Versicherung es gebe nichts weswegen ich nervös sein müsse. Es wurde von vornherein deutlich gemacht, dass ich keine Angst vor einem negativen Gutachten haben muss. Das finde ich sehr fair.

Trotzdem hat das Gespräch mich ziemlich gefordert und es gab einige Sachen, mit denen ich mich nicht wohl gefühlt habe. Das hatte zum einen mit der Art des Fragens zu tun. Die begutachtende Person war da nicht zimperlich. Sehr direkt. Teils mit Zuschreibungen/sehr definitiven „Feststellungen“ mich und meine Persönlichkeit betreffend. Und ingesamt auf eine Art und Weise die mir das Gefühl gab, ich sollte provoziert, aus der Reserve gelockt werden, damit ich mal „aus mir raus“ gehe.

Ich kann mir vorstellen, dass das im therapeutischen Kontext für einige Menschen gut funktioniert. Denn oft geht es ja in Therapien darum, eigene Grenzen zu verschieben und so ein „provozieren“ kann dazu beitragen dass Menschen ihre Komfortzone mal verlassen. Ich komme mit so etwas nicht wirklich gut klar und es bewirkt eher, dass ich mich angegriffen fühle und dicht mache – umso mehr, wenn ich jemanden noch so gar nicht kenne. Es ging viel in die Richtung, ich solle mich nicht immer so klein machen und so zurücknehmen etc. pp. Ein Aufhänger dafür war, dass ich meinen akademischen Titel nicht mit auf den Lebenslauf geschrieben habe. Die Person lag nicht einmal falsch mit ihrer Wahrnehmung von mir und den Gründen, warum der Titel da nicht stand. Aber trotzdem habe ich mich mit der Art des Fragens und diesem „abgestempelt werden“ sehr unwohl gefühlt.

Das zweite das mich gestört hat war dass es irgendwie immer wieder um das Thema Sex und Partnerschaft ging. Und dabei schwang in Aussagen meines Gegenübers stark mit, dass mein Leben ohne Partnerschaft und Sex ja wohl nicht „komplett“ sein könne; und dass ich da doch jetzt mal langsam ein paar Gedanken dran verschwenden solle, wie und was ich mir als zukünftige Partnerschaft vorstelle. Klar ist das ein wichtiges Thema. Aber halt keins, dass ich erzwungenermaßen mit einer Person diskutieren möchte die ich nicht kenne und die gegenüber dem Gericht von der Schweigepflicht entbunden ist.

Das hat teilweise vielleicht etwas mit Schamgefühlen zu tun. Aber was mir viel mehr Sorgen bereitet ist die Vorstellung, was für Informationen da über mich zu den Akten gegeben werden. Die AfD hat vorletztes Jahr in Thüringen eine kleine Anfrage dazu gestellt, wieviele homosexuelle Menschen und trans* Menschen es dort gibt (siehe den Bericht im Tagesspiegel hier). Wenn ich mir das politische Klima in Europa und anderswo so anschaue, lege ich keinen gesteigerten Wert darauf, dass solche Informationen in Gerichtsakten mit meinem Namen drauf stehen.

Eine letzte Sache die mich beschäftigt ist: die begutachtende Person mochte mich scheinbar und war mir wohlgesonnen. Das ist gut für mich und ich bin dankbar, dass ich nicht das Gefühl hatte beweisen zu müssen, dass ich wirklich „ich“ bin. Was mir aber ebenfalls ein mulmiges Gefühl macht(e) ist, dass sie mir schon nach sehr kurzer Zeit sagte, dass ich authentisch auf sie wirke; sie hätte gar keine Zweifel, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Aber nur wenig später sprach sie dann davon, dass trans* ja jetzt auch so eine Modeerscheinung wäre und sie erst letztens jemandem begegnet sei, die_der so eine Mode-trans* Person war.

Uff.

Diese Aussage ist es, die mich „angetickt“ hat. Sie berührt den Kern dessen, was mich an diesem Begutachtungssystem wohl am allermeisten aufregt und belastet: das Wissen, dass da jemand aus dem Bauch heraus entscheiden kann ob ich jetzt wirklich trans* genug, authentisch genug bin um diesen „staatlich geprüft“ Stempel zu bekommen. Ich denke mir halt: es kann 100 Gründe geben warum jemand nicht „authentisch“ auf eine andere Person wirkt, und diese Gründe können auf beiden Seiten liegen – bei der begutachteten und bei der begutachtenden Person.

Ich bin ziemlich sicher, dass der Person der ich da gestern gegenüber saß all das bewusst ist und dass sie bei der Urteilsbildung über mich und meine Geschlechtsidentität und bei der Verfassung des Gutachtens verantwortungsvoll und fair vorgeht. (Das denke ich vor allem, weil ich der Person die mir diese*n Gutachter*in empfohlen hat vertraue). Erfahrungen anderer zeigen aber, dass dies nicht bei allen Gutachter*innen der Fall ist und dass es in diesem gesamten Verfahren viel Willkür gibt (ich habe mich darüber ja schon mal ausgelassen hier auf dem Blog).

Puh.

Nach dem Gespräch, das etwa eine Stunde gedauert hat, durfte ich dann wie angekündigt noch einen ganzen Stapel Fragebögen zur psychischologischen Diagnostik ausfüllen. Es waren sicher fünf und einen habe ich noch für zu Hause mitbekommen. Mir rauchte echt der Kopf hinterher und besonders ätzend war, dass ich einige der Fragebögen eh schon das eine oder andere Mal ausgefüllt hatte (bei meinem letzten Therapeuten) und dass die Fragen teils sehr ähnlich waren. Der Fragebogen für zu Hause enthielt u.a. eine exakt identische Fragebatterie wie einer, den ich gestern ausgefüllt hatte. Ich habe mich gefragt, ob das ein Test war („Mal schauen ob Tomi sich traut, den einfach nicht auszufüllen“. Oder: „Gucken wir mal, ob die Antworten in den beiden Fragebögen ausreichend übereinstimmen“). Aber ich hab jetzt einfach alles ausgefüllt und mache mir keine weiteren Gedanken drüber ;-).

Nach dem Begutachtungstermin war ich völlig am Ende, weil ich so übermüdet war. Irgendwie habe ich es trotzdem geschafft auf der Arbeit wenigstens das Nötigste noch fertig zu bekommen – dafür konnte ich mir heute dann frei nehmen. Ich habe letzte Nacht bestimmt neun Stunden geschlafen (also, was bei mir so „schlafen“ heißt), bin leider aber immer noch völlig im Eimer.Aber hurra, das Thema Begutachtung ist hoffentlich durch. Jetzt muss ich nur noch auf die Gutachten warten.

 

Lernen

Es gibt ab und zu mal so Sammlungen von „Dingen, die ich durch’s trans* sein gelernt habe, die aber nichts mit trans* sein zu tun haben“. Hier zum Beispiel: Things I’ve learned from being transgender that aren’t about being transgender.

Für mich ist einer dieser Lernprozesse (lange noch nicht abgeschlossen) zu akzeptieren, dass ich nicht alle Kämpfe, alle Auseinandersetzungen die ich eigentlich führen möchte und müsste, ausfechten kann. Zumindest nicht gleichzeitig. Und sofort. Und dass das bedeutet, Dinge manchmal so stehen zu lassen – obwohl ich sie ungerecht finde und ich vor Wut oder Verzweiflung darüber eigentlich zerbersten möchte.

Ein Beispiel dafür ist dieser Dreieckskonflikt über den Behandlerbericht, den die Kasse für den Antrag auf Kostenübernahme der Mastektomie möchte. Sowohl die Kasse als auch der Ex-Therapeut machen mich unglaublich wütend – der eine mit seinen überzogenen Forderungen bezüglich der Vergütung, die andere mit der Weigerung die Kosten für die geforderten Unterlagen zu übernehmen. Mir fällt es unglaublich schwer, meinen Ärger darüber runterzuschlucken und für den Moment eine Lösung zu akzeptieren, die ich als ungerecht empfinde: nämlich den Therapeuten für einen Kurzbericht selbst zu bezahlen und eben doch eins der Gutachten für die Personenstandsänderung einzureichen.

Aber ich sehe auch, dass ich mit meinem Beharren auf einer Lösung die ich als angemessen betrachte zu viel meiner eh schon ziemlich begrenzten Energie verschwenden würde – ohne dass ich meinem Ziel, zeitnah die Mastektomie durchführen lassen zu können, so richtig näher komme. Also lasse ich mich auf das Spiel der Kasse und des Ex-Therapeuten ein und versuche, es nicht als Niederlage zu sehen. Fällt mir zugegebenermaßen schwer, aber es gibt im Englischen diese Redewendung: Pick your battles wisely – und ich glaube, da ist gerade viel für mich Richtiges dran.

Solche Situationen habe ich nun schon einige Male gehabt und ich lerne, dass ich manchmal oft mit dem Kopf durch die Wand nicht weiterkomme – bzw. dass die Folgekosten dafür hoch und mögliche „Etappensiege“ ziemlich hart erkauft sind. Und ich merke im Moment, wie gut ich mir meine Kräfte einteilen muss, wenn ich nicht auf der Strecke bleiben will.

Aber, meine Güte, fällt mir das schwer. Ich bin, wenn es um (empfundene) Ungerechtigkeiten geht, offenbar kein kompromissbereiter Mensch. So sehr ich mich einerseits immer zurücknehme, weil ich mich selbst nicht wertschätze – wenn es „ums Prinzip“ geht, bin ich ziemlich unnachgiebig und stur.

Wer hätte das gedacht.

Noch etwas, das ich durch’s trans* sein gelernt habe, das nichts mit trans* sein zu tun hat.

Lying low

Eigentlich hatte ich einen Beitrag zum Thema Privilegien angefangen…aber das ist gerade ein zu dickes Brett für mich. Ich finde das, was sich da gerade wieder im „öffentlichen Diskurs“ abspielt so entmutigend und desillusionierend (ja, offenbar hatte ich noch Illusionen, haha). Ach ja, Stichwort: es geht um Silvester und Köln. Und darum, wie schwer es offenbar für viele ist zu verstehen und anzuerkennen, wie stark Privilegien wirken, jeden Tag, in den allerkleinsten Alltagssituationen.

Ich weiß gerade nicht, wie ich damit umgehen soll. Im Moment ist meine Strategie, mich dahin zurückzuziehen wo ich das Gefühl habe, dass Menschen mich verstehen. Weniger Reibung; weniger mich-rechtfertigen-und-erklären-Müssen. Aber damit trage ich letztlich dazu bei, den Riss der sich da auftut in „der Gesellschaft“ noch zu vertiefen.

Ich frage mich (mal wieder), wie man Bewusstsein für andere Lebensrealitäten als die eigene schaffen kann. Wie gelingt es, über den Tellerrand des Naheliegenden (weil unmittelbar Erfahrbaren) zu schauen – vor allem, wenn gefühlt alles nur 1 oder 0 sein kann, wenn du nur 100% mit mir oder gegen mich sein kannst. Und klar, indem ich mich zurückziehe spiele ich genau das Spiel mit. Ich habe gerade keine Lust mehr zuzuhören und gleichzeitig das Gefühl zu haben, dass meine Argumente und Einwürfe nicht gehört werden (genauso, wie die anderen es sicherlich empfinden).

To be continued, schätze ich.