Mastek Nachlese

Content note: Operation, Narben, Foto von Narben (Ausschnitt – ganz am Ende des Beitrags)

Mal was anderes – ich wollte ja schon längst mal ein kurzes Update zum Heilungsprozess nach der Mastektomie geben. Mittlerweile ist die OP ja… äh…13 Wochen her. Ich habe ca. 8-9 Wochen die Kompressionsweste getragen. Empfohlen waren 6 Wochen, aber ohne hatte ich zunächst doch noch hier und da Schmerzen (eher im Gewebe als in den Narben) und vor allem die transplantierten Brustwarzen waren noch ziemlich empflindlich, was Reibung angeht. Ich hatte sie daher tatsächlich auch noch ziemlich lange abgeklebt.

Und so ist es jetzt:

Schmerzen: Die Schmerzen im Gewebe sind verschwunden, wobei es um die Schnitte herum auf jeden Fall noch eine gewisse Druckempfindlichkeit gibt. Also, wenn ich da reindrücke oder am Gewebe ziehe, tut es schon noch weh. Die Brustwarzen sind immer noch sehr empfindlich, sowohl auf Druck als auch auf Reibung.

Beweglichkeit und Gefühl: Es wird langsam (Betonung auf langsam ;-)). Den vollen Bewegungsradius habe ich noch nicht zurück. Beim Schwimmen reicht es z.B. für den Brustarmzug, aber Kraularmzug geht noch nicht. Kaum Einschränkungen habe ich auf der Querachse, also wenn ich die ausgestreckten Arme parallel zum Boden halte und vor oder zurück bewege. Das macht noch leichte Spannung an den Narben, aber nicht viel. Eingeschränkter ist die Längsachse. Also, Arme über den Kopf geht noch nicht wieder so wie vorher. Da entsteht u.a. auch an den Brustwarzen ein Zug, den ich noch als sehr unangenehm empfinde. Da taste ich mich jetzt aber langsam mit ersten Dehnübungen ran.

Ich habe relativ wenig mit Taubheit der Haut/des Gewebes zu tun. Nur bei den Quernarben merke ich, dass ich zwar oben auf der Haut Gefühl habe, dass aber darunterliegende Gewebeschichten sich taub anfühlen. Ist etwas merkwürdig, aber nicht schlimm.

Narben: Sie sehen mittlerweile sehr anders aus, als noch am Anfang. Zunächst waren es sehr klar abgegrenzte Schnitte. Mittlerweile sind dort wo die Fäden waren und um die Schnitte herum Rötungen entstanden, sodass die Narben recht „verwaschen“ aussehen. Teilweise haben sich Knötchen und Verhärtungen gebildet, aber es sieht (glaube ich zumindest), nicht nach einer ungewöhnlichen Narbenentwicklung aus. Besonders knubbelig und hart sind die Narben auf dem Brustbein (davon habe ich unten ein Foto eingestellt). Unter den Armen, wo die Fäden endeten ist es sehr weich, aber die Haut steht dort immer noch ab. Stellt Euch vor, Ihr würdet ein Stück elastischen Teig mit den Fingerspitzen nach oben ziehen – so in etwa sehen die Zipfel aus, die ich da habe. Die Narben rund um die transplantierten Brustwarzen schwellen durch die Reibung vom T-Shirt tagsüber immer noch deutlich an…wie so Schwimmreifen. Fällt aber nicht so auf. Ich massiere momentan abends immer mit Öl (gerade Argan und Lavendel). Morgens habe ich nicht so viel Zeit, da tue ich nur eine Fettcreme drauf, die auch u.a. Lavendelöl enthält. Ähm ja, deswegen glänzt auf dem Foto auch alles :D.

Die kleine offene Stelle, mit der ich ja noch etwas länger zu tun hatte ist mittlerweile auch gut verheilt. Ich habe sie, nachdem sie das dritte Mal wieder offen war konsequent abgeklebt für ca. 2 Wochen glaube ich. Jedenfalls ist sie jetzt zu und ich traue mich auch, dort etwas Zug aufs Gewebe zu bringen.

Okay, ich wollte eigentlich keine Fotos posten aber nun mache ich es doch. Eventuell nehme ich es später wieder raus. Es ist ein Ausschnitt davon, wie die Narben ums Brustbein herum aussehen.

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Und nein, das ist keine verrutschte Brustwarze sondern ein Cent-Stück ;-).

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Weitermachen

Es tut mir leid, dass es hier so ruhig ist im Moment. Dabei gäbe es einiges zu schreiben (also, nichts großes…einfach viele kleine Alltagsdinge)! Aber ich habe gerade so viel zu tun und so viele Termine, dass ich Abends nur noch ins Bett falle. Aber je mehr und je länger ich „mache“, desto größer wird der Abstand zum Auszug und umso dumpfer hoffentlich auch der Schmerz, bis er dann hoffentlich irgendwann kaum noch zu spüren und aushaltbar ist. Es ist schon besser. Die zweite Woche war nicht so schlimm wie die erste. Die dritte Woche nicht so schlimm wie die zweite.

Ja, es sind schon fast drei Wochen jetzt. Ich habe mittlerweile eine Küche und sie ist schön! Leider habe ich immer noch keinen Kühlschrank, das ist minimal unpraktisch. Und es gibt weder Couch noch Stühle – die sollen Anfang November kommen. Das ist jedenfalls auch ein bisschen unpraktisch und die Idee, dass ich ja statt Couch gut mit dem Sitzsack über die Runden käme war in der Theorie irgendwie besser, als in der Praxis. Aber nächste Woche bin ich komplett auf Dienstreise (bzw. zwei Dienstreisen) und danach werde ich kurz entschlossen doch noch „richtigen“ Urlaub machen. (Ich bin gerade doch ziemlich mit meinen Kräften am Ende und schon die Dienstreise letzte Woche hat mir ganz schön zugesetzt). Auf jeden Fall kommt, wenn ich wieder da bin, dann auch die Couch und ich kann endlich wieder gemütlich auf selbiger rumhängen ;-).

Keine richtige Ruhe lässt mir mein immer-noch-Mann. Alle paar Tage meldet er sich wegen irgendwas. Holt was ab, bringt was. Eigentlich wünsche ich mir Abstand, aber ich finde es – wie immer – schwer, meinen Wunsch zu kommunizieren. Ich verstehe nicht wirklich, was er will. Beziehungsweise – er will wahrscheinlich einfach nett sein. Aber gleichzeitig schafft er es immer noch nicht (und wird es wohl auch in diesem Leben nicht mehr schaffen), mich mit meinem Namen anzureden oder anzuschreiben. Das wäre für mich tausendmal wichtiger für das Gefühl eines wertschätzenden Umgangs, als eine angebrachte Lampe.

Naja. Immerhin sitz ich nicht im Dunkeln.

Auf Anfang

Content note: Alkohol

Morgen ist der Umzug eine Woche her. Es hat alles gut geklappt, aber es war eine schlimme Woche. Am Umzugstag selber lief der Autopilot, ein Glück. Nur die Zeit bis das Umzugsunternehmen kam bin ich die Wände hochgelaufen…traurig und nervös. Als es dann losging hab ich funktioniert und der Spuk war in gut 3 Stunden vorbei. Sogar das Terrarium samt Bewohnerin hat alles gut überstanden – da hatte ich etwas Sorge. Dann noch etwas Räumen und Saubermachen in der neuen Wohnung, Essen gehen mit meinen Eltern, Lampe anbringen mit meinem Mann. Gin & Tonic. Schlafen.

Am nächsten Tag habe ich ein paar Kisten ausgepackt, abends war ich verabredet. Am Mittwoch fing der „Leerlauf“ an und die Gedanken und die Tränen kamen. Ich hab versucht, nonstop in Bewegung zu bleiben und zu machen, egal was. Es hat einigermaßen funktioniert. Donnerstag hatte ich Therapie und ich hab die ganze Zeit mit den Tränen gekämpft (und gewonnen…laufen lassen ging irgendwie nicht). Am Nachmittag war ich dann im Schwimmbad.

Ja! Schwimmbad! Ich hatte mir kurzentschlossen Schwimmshorts gekauft und bin in ein Bad in der Nähe gefahren. Die Narben sind mittlerweile komplett Stellen geschlossen, auch die eine hartnäckige Stelle. Fürs Kraulen reicht die Beweglichkeit noch nicht, aber Brustschwimmen geht schon. Es war nur das Außenbecken geöffnet und man musste sich im Freibadbereich umkleiden (brrrr). Aber dadurch war es, trotz des eigentlich ganz guten Wetters, leer. Die Menschen, die mir begegnet sind, haben teils schon ein bisschen geguckt, aber niemand hat mich drauf angesprochen oder eine Bemerkung gemacht. Jetzt muss ich nur genug Beweglichkeit fürs Kraulen wiederbekommen und dann suche ich mir wieder eine Gruppe, mit der ich schwimmen kann. Ach ja, an der Kondition sollte ich wohl auch noch arbeiten vorher ;). Aber es war schon ein super Gefühl nicht in den Schwimmbinder gequetscht zu sein sondern einfach atmen zu können.

Morgen kommt dann die Küche und damit wird es auch ein bisschen wohnlicher hier. Dann fehlen zwar immer noch Kühlschrank, Couch, Stühle und Regale – aber immerhin kann ich dann wieder kochen. Ich hätte zwar theoretisch noch ins Haus zurückgehen können dafür, aber ich will nicht mehr dorthin zurück. Einmal muss ich wohl noch, ein paar letzte Bücher abholen. Die Vorstellung, wie mein Mann jetzt „unser“ Haus verändert, mich da irendwie „ausradiert“ ist gerade sehr schwer auszuhalten. Ich will das nicht sehen müssen. Ich heule schon wieder, wenn ich nur dran denke.

Ich bleib‘ fürs erste weiter in Bewegung. Bloß nicht innehalten.

Zäsur

Content note: Gewalt, Tod, -feindlichkeiten, BTW2017

Morgen ziehe ich um. Mir ist schlecht, wenn ich dran denke. Aber ich weiß auch, dass ich den Tag morgen irgendwie auf Autopilot überstehen werde. Ich muss noch so viel packen und mein Mann steht mehr oder weniger daneben und schaut zu.

Aber was mich genauso beschäftigt ist, dass wir morgen eine Regierung haben werden, in der europafeindliche Rassist*innen, Antisemit*innen, Homo- und Transhasser*innen, Behindertenfeind*innen sitzen werden. Wenn es ganz schlimm kommt, als drittstärkste Kraft. Mir wird schwindelig wenn ich daran denke, was das bedeutet.

Und dann lese/höre ich von weißdeutschen privilegierten Personen aus meinem Umfeld (und auch anderswo), man solle „den Anfängen wehren“ und zur Wahl gehen. Leute, da seid ihr viel zu spät dran. Jahre zu spät!

Ich lese/höre auch solche Sachen wie, das müsse unsere Demokratie schon aushalten, es werde schon nicht so schlimm werden, die Politiker*innen der besagten Partei werden sich schon selbst entlarven. „Aushaltbar“ und „nicht schlimm“ wird es vielleicht für Menschen, die weiß, privilegiert, vermögend, cis, hetero, nicht-behindert sind. Für alle anderen bedeutet der Einzug dieser Partei in den Bundestag eine weitere Normalisierung des Gedankenguts, das ihe Politiker*innen mitbringen. Und das bedeutet letztlich mehr Gewalt und Ausgrenzung gegenüber Schwarzen Menschen und PoC, gegenüber trans* Personen – insbesondere transweiblichen und/oder nichtbinären Personen, gegenüber Schwulen und Lesben und Queers, gegenüber be_Hinderten Menschen.

Schon jetzt im Wahlkampf hat diese Normalisierung begonnen. Den Politiker*innen dieser Partei wird eine Bühne geboten und zwar viel zu häufig viel zu unkritisch. Normalisierung ist, wenn der AfD-Kandidat aus meinem Wahlkreis in einem netten Fragebogen des hiesigen „Bürgerportals“ erzählen darf, was er am liebsten zum Frühstück isst. Wenn er nett zum Interview mit einem Cabrio eines TV-Sender durch die Gegend gefahren wird und ein paar lauwarme Nachfragen zum Parteiprogramm erhält, aber keine kritische Gegenrede. Die Liste könnte ich endlos fortsetzen. Das sind Personen, die Tod und Verletzung von Menschen die nicht die weiß, hetero, cis, etc. sind durch ihre Politik in Kauf nehmen. Und das ist keine Übertreibung: rassistische und transfeindliche Gewalt sind real. Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen ist real. Und was passiert wohl mit chronisch kranken Menschen, die nicht arbeiten können wenn Sozialleistungen nicht mehr zugänglich sind? Für all das steht diese Partei. Und jede Normalisierung ihrer Politiker*innen durch die Medien, die sie – absichtlich oder aus Unbedachtheit – als „Leute wie du und ich“ darstellt hilft dabei, diese Politik zu verharmlosen.

Mir graut es vor 18 Uhr heute, wenn die ersten Hochrechnungen kommen. Und vor morgen. Wegen Umzug. Und Aufwachen in einem Land, das wieder ein Stück weiter nach rechts gerückt ist.

Still here!

Bin noch hier. Aber es gibt so viel zu tun, dass ich es gerade mit dem bloggen nicht so hinbekomme. Dabei gäbe es einiges, worüber ich schreiben könnte und gerne würde. Trauer und Wut. Mich einsam fühlen. Musik die mir nicht gut tut. Fotos. Mastekheilungsupdate. Aber mit fehlt die Ruhe gerade.

Ich bin im vollen Umzugsvorbereitungsmodus. 12 Tage sind es noch und es gibt noch so viel zu organisieren und zu tun. Meine Bücher habe ich zu 99% gepackt. Den Schrank im Arbeitszimmer habe ich ausgemistet und den Rest eingepackt. Kleiderschrank ausgemistet. Zwei große Müllsäcke Klamotten kommen in die Tonne und einen großen Koffer mit noch guten Sachen habe ich schon zum fairstore gebracht. Kommode im Schlafzimmer ausgemistet. Ablage gemacht, damit ich nicht mit losen Zetteln umziehen muss. Jetzt muss ich mich  noch um den Keller kümmern, das wird noch mal ein ziemlicher Akt. Da warten neben viel Kram, u.a. auch unsere CDs und DVDs, die ich jetzt wieder auseinanderwurschteln darf. Und dann muss ich noch die digitalen Daten von unserer NAS laden und umziehen.

Eine Woche werde ich ohne Küche auskommen müssen, aber das ist ja ein überschaubarer Zeitraum. Die Waschmaschine kam gestern. Der Kühlschrank hoffentlich nächste Woche. Die meisten Möbel kommen erst nach und nach im Oktober bis November. Naja, Bett und Tisch hab ich ;-).

Seit mein Mann aus dem Urlaub zurück ist, schlafe ich total schlecht und bin entsprechend gerädert. Wenn ich schlafe, träume ich viel über Trennungskram. Heute Nacht wollte mein Mann mir die ganze Zeit zeigen, wie schön er sich Haus und Garten hergerichtet hat und ich war einfach nur traurig und wütend, weil ich mein zu Hause verliere und er es sich nett macht. Naja, da muss man nicht viel ruminterpretieren, ne?

Ab nächster Woche habe ich Urlaub… da kann ich halbwegs in Ruhe den Umzug fertig vorbereiten. Ach ja – und das Internet soll nächste Woche geschaltet werden. Ich hoffe sehr, dass das klappt. Dass ich da erstmal ziemlich ohne Möbel sitze ist das eine – aber ohne Internet wäre wirklich sehr schlimm o__O.

Huch!

Bei mir im Kopf dreht sich alles. Welche überraschende Wendungen das Leben manchmal nimmt o.O

Ich bin ja unseren Nachbar*innen weitgehend aus dem Weg gegangen, weil ich in dem Konflikt war ihnen erzählen zu müssen, was los ist, aber eben auch zu wissen, dass mein Mann das nicht möchte und es ihm unangenehm ist. Und natürlich sollte mich das vielleicht eigentlich nicht kümmern, aber so ticke ich halt nicht und schließlich bleibt er ja hier und ich gehe.

Ich habe gestern Abend noch Sachen für den Umzug erledigt. Als ich zurück kam, sprach meine direkte Nachbarin mich an und wir haben uns ein bisschen unterhalten. Eins gab das andere und ich hab ihr erzählt, dass ich bald ausziehe. Und naja… natürlich hatte sie mitbekommen was mit mir los ist und was da passiert, aber sie wusste nicht wie sie mich drauf ansprechen sollte. Es war für mich so erleichternd, dass das jetzt endlich alles raus ist.

Und dann sagte mir meine Nachbarin, dass ein Elter aus der Siedlung in der ich lebe sehr gerne mit mir sprechen würde, sich aber nicht getraut hat mich anzusprechen. So habe ich erfahren, dass es hier ganz in meiner Nähe eine jugendliche Person gibt, die auch trans* ist und am Anfang des Weges steht. Ich stand da wie vom Donner gerührt und bin immer noch völlig baff und irgendwie auch aufgedreht. Ich hab mir manchmal ausgemalt, wie es wohl wäre wenn ich hier nicht die einzige trans* Person wäre und vor allem was wäre, wenn hier eins der Kinder auch trans* ist und ob ich vielleicht Rat geben und unterstützen könnte. Aber ich hätte nie für möglich gehalten, dass das wirklich passieren könnte. Und jetzt ist es irgendwie doch eingetreten. Ich hoffe so sehr, dass diese junge Person einen guten Weg für sich findet und dass ich vielleicht ein bisschen Unterstützung geben kann, wenn das gewünscht wird.

Ich wusste schon, dass ich hier in diesem Stadtteil (der aber nicht besonders klein ist) nicht die einzige trans* Person bin, aber dass nun in meinem unmittelbaren Umfeld noch jemand ist hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich glaub ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie aufgewühlt ich gerade deswegen bin. Dagegen ist jetzt gerade Umzugskram etwas in den Hintergrund getreten.

Wobei: gestern konnte ich einen Haken unter das Thema „Waschmaschine“ machen, natürlich nicht ohne einen kleinen trans* plot twist :D. Ich bin mit den Preisen, die ich im Internet gefunden habe in unser Vor-Ort-Multifunktionsgeschäft gegangen um zu fragen was sie mir anbieten können. Ich hab die Maschine dann gestern dort bestellt und die Verkaufsperson gab meinen Nachnamen in das System ein. Es gab schon drei Kund*inneneinträge unter dem Namen und die Person zeigte mir die Einträge (das ist übrigens glaube ich NICHT datenschutzkonform) weil ich gucken sollte, ob einer davon zu mir gehört. Ja. Einer davon gehörte zu mir, aber war unter dem alten Vornamen. Mit gleicher Adresse natürlich. Ich bekam einen roten Kopf und versuchte eine gute Antwort zu finden. Aaaaaahh. Ich meinte dann nur, dass ich unter der Adresse, die gezeigt wurde, wohne. Ich dachte mir, die Verkaufsperson denkt dann, das andere ist meine Frau.

Fast.

„Ah, das ist dann ihre Mutter?“

Knallroter Kopf. „Äääh, ja“.

Ich hab hinterher ziemlich in mich reingelacht. Es war dann also mal wieder so, dass die Person mich wohl für deutlich jünger geschätzt hat als ich bin und dachte, ich ziehe gerade von zu Hause aus. Das ist mir jetzt schon öfter passiert. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht mein Geburtsdatum angeben und diese Illusion zerstören musste ;D.

 

 

 

 

 

Updates

Hallo. Ich bin’s. Der Tomi. Kennt Ihr mich noch?

Ja, der letzte Beitrag ist ein bisschen her. Es war turbulent…emotional und auch sonst. Das letzte Wochenende war so richtig schlimm. Am Samstag war die Wohnungsübergabe. Eigentlich bin ich ja froh, dass es endlich weitergeht. Aber es war auch irgendwie klar, dass das nicht ganz ohne Emotionsachterbahn gehen würde und leider hat es mir noch mehr den Boden unter den Füßen weggezogen, als ich erwartet hatte. Haha, Boden. Der hat vielleicht auch eine Rolle gespielt. Es stellte sich nämlich am Tag der Übergabe raus, dass das Parkett, das in der Wohnung liegt (also mittlerweile: lag) raus muss. Das war nicht eingeplant – weder finanziell noch mit Blick auf die Zeit. Ich musste unter ziemlichen Zeitdruck (innerhalb von 24 Stunden) eine Entscheidung treffen, was ich mache und das hat mir glaube ich den Rest gegeben.

Es war plötzlich so extrem präsent und greifbar, was ich alles hier im Haus zurücklassen muss. Von den Möbeln, die wir mit so viel Zeitaufwand und Überlegung ausgesucht haben damals, kann ich praktisch nichts mitnehmen. Es passt alles nicht von den Maßen her. Mit wenigen Ausnahmen werde ich nur meine eigenen, alten Sachen mitnehmen können. Den Rest muss ich neu kaufen. Und ich liebe den Boden bei uns im Haus…den kann ich auch schlecht mitnehmen. Ein Bücherregal, das ich hätte mitnehmen wollen ist 8 cm zu hoch…. Kein Standardmaß. Kürzen ist nicht. Uff. Ich hab das Wochende durchgeheult.

Ansonsten kümmere ich mich um zweitausend Sachen wegen des Umzugs, während mein Mann nun im Urlaub ist. Das hat mich irgendwie wütend gemacht – mir ist noch mal klar geworden, wie sehr er sich bei dieser Trennung einfach zurücklehnt. Die ganze Last Dinge zu organisieren liegt bei mir. Ich hab mir über ein halbes Jahr mit Wohnungssuche um die Ohren geschlagen. Ich bin derjenige, der sich jetzt um alles kümmern muss – weil ich es ja bin, der auszieht. Neue Möbel, Versicherungen, Umzug organisieren. „Nebenher“ arbeiten. Allein der ganze Transitionsscheiß, den ich über das letzte Jahr managen musste wäre eigentlich schon genug gewesen. Mein Jahres-„Urlaub“ wird dem Umzug gewidmet. Ich bin gerade mal wieder so am Limit.

Und weil das noch nicht genug war, gab es noch ein Revival der Situation von vor zwei Wochen: vorgestern ist die OP-Narbe an der gleichen Stelle wie letztes Mal wieder aufgegangen. Es ist immer noch nur eine Ministelle (also wirklich mini: wir reden über 2 Stecknadelköpfe vielleicht), aber dieser Mist muss trotzdem nicht sein :/. Ich hatte echt gedacht, 5 Wochen nach der OP sollte langsam alles „stabil“ sein, aber das scheint die Sollbruchstelle zu sein. Es sah tiefer und irgendwie „gefährlicher“ aus, als beim letzten Mal und ich habe daher entschieden, dass es besser wäre jemanden draufgucken zu lassen. Ich habe erstmal in der Klinik angerufen – sie haben angeboten, dass ich vorbeikomme aber das war mir zu viel Fahrerei. Also bin ich heute in die freie Sprechstunde bei meiner „Frauen“ärzt_innenpraxis gegangen. Die sehen OP-Narben im Brustbereich auf jeden Fall ja des öfteren und daher dachte ich mir, dass das die bessere Wahl ist als meine Hausärztin.

Leider war heute nur eine Ärztin* da, die mich und meine Geschichte noch nicht kannte. Aber sie war total nett und die Situation war überhaupt nicht komisch. Mit den Praxismitarbeiter*innen an der Theke habe ich mich auch noch nett unterhalten über meinen Ärger mit der Krankenkasse und die Hürden, die trans* Personen im Gesundheitssystem allgemein überwinden müssen. Ich erfuhr, dass meine Kasse momentan grundsätzlich nicht besonders patient*innenfreundlich unterwegs zu sein scheint – nicht nur in Bezuf auf meinen Transitionskram

Die Ärztin* hat ein Ultraschall gemacht – es gibt keine Flüssigkeitsansammlung und die offene Stelle ist relativ „oberflächlich“. Ich soll mit Betaisodonasalbe und Pflaster arbeiten für ein paar Tage und es dann „trocken abheilen“ lassen. Ich hoffe, dass es dieses Mal so funktioniert… das letzte Mal hat ja nicht so gut geklappt. Ansonsten hat sie mich ermutigt, mit Blick auf die Narben langsam mal vom „Schongang“ in den „Normalmodus“ zu wechseln. Leichter gesagt als getan…aber ich geb mir Mühe. Fällt mir aber nicht leicht, weil an den Narben die Haut immer noch auf den Rippen „klebt“ und das bei jedem Strecken halt zieht.